Deutsche und Türken auf Tuchfühlung

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Ingo Tschepe, Chef der Stadtbücherei Norderstedt Foto: ut

Freundschafts- und Kulturverein veranstaltet Lesung am 4. Oktober

Norderstedt Auch wenn Deutsche und Türken seit vielen Jahren miteinander leben, sind bis heute nicht alle Barrieren zwischen den Kulturen beseitigt. „Es gibt noch viel Voreingenommenheit und Vorurteile“, sagt Zeliha Eryüksel, Sprecherin des Türkisch-Deutschen Freundschafts- und Kulturvereins in Norderstedt. „Aber nicht nur die Deutschen sind distanziert. Die Türken haben auch Ängste und sind voreingenommen.“
Seit fast 25 Jahren setzt sich ihr Verein dafür ein, dass aus dem Nebeneinander ein harmonisches Miteinander wird. „Wir wollen ein gutes, freundschaftliches Verhältnis und die Vielfalt in Norderstedt fördern und zugleich fernab unserer Heimat unsere Kultur weiterleben“, erklärt Zeliha Eryüksel. Mit öffentlichen Sport-, Kultur- und Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Stadt ist der Verein seit Jahren bemüht, dass sich beide Nationen annähern.
Mit Erfolg: „Es ist schön zu beobachten, dass im Laufe der Jahre immer mehr Deutsche an den Veranstaltungen teilnehmen“, freut sich Zeliha Eryüksel.
Aber: Von den mittlerweile 160 Familien, die der Verein zu seinen Mitgliedern zählt, sind nur knapp zehn deutscher Herkunft.
„Unser Ziel ist es, eine ausgeglichene Zahl von deutschen und türkischen Mitgliedern zu haben. Unsere Veranstaltungen sollen uns dahin führen“, so die Vereinssprecherin, die selbst in einer multikulturellen Familie lebt und eine deutsche Schwiegertochter hat.
Zur Förderung des interkulturellen Dialoges soll auch die erste Zusammenarbeit mit der Hauptbücherei Norderstedt-Mitte (Rathausallee 50) beitragen. Während der zweisprachigen Veranstaltung mit dem Titel „Zwischen Orient und Okzident – Ein Lyriknachmittag in Türkisch und Deutsch“ tragen die Vereinsmitglieder Osman Caran und Ute Dreibholz am Sonntag, 4. Oktober, 15 Uhr, Gedichte und Verse u.a. von Gerrit Wustmann vor. Eintritt frei.
In seinem deutsch-türkischen Gedichtband „Istanbul Bootleg“ schildert der Kölner Autor seine Eindrücke aus seinen Türkei-Aufenthalten und formt ungeschönte Gedichte, „die tief eindringen in die Metropole am Bosporus“, wie Tageszeitung „Die Welt“ in einer Rezension urteilte. Haydar Altino begleitet die Vorträge musikalisch.
Ingo Tschepe, Leiter der Stadtbücherei, freut sich auf die Lesung. „Wir hoffen, mit der Veranstaltung viele türkischstämmigen Migranten in die Stadtbücherei einzuladen, damit wir ins Gespräch kommen und herausfinden können, welche Wünsche sie an eine Einrichtung wie die unsere haben“, so der Mitveranstalter. „Aber die Veranstaltung richtet sich nicht nur an die türkische Gemeinde, sondern an alle Norderstedter“, ergänzt er. (ut)

„Zwischen Orient und Okzident – Ein Lyriknachmittag in Türkisch und Deutsch“: 4. Oktober, 15 Uhr, Hauptbücherei Norderstedt-Mitte, Rathausallee 50, Eintritt: frei
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