Er singt so hamburgisch

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Jochen Wiegandt verbreitet nicht nur an Sonnentagen am Elbstrand gute Laune Repro: now

Jochen Wiegandt kommt
mit seiner „Liederatur“ ins Podium
Norderstedt – und geht wieder auf Suche...

Von Stefanie Nowatzky
Hamburg. Der Beamer gehört zu Jochen Wiegandts festen Requisiten. Denn der 66-jährige Musiker singt während seiner Auftritte nicht nur Lieder. Darüber hinaus steuert er auch überraschende Informationen und interessante Geschichten bei. Wenn er also, meist mit dem Publikum gemeinsam, das Lied „Hamburger Veermaster“ anstimmt, zeigt er im Hintergrund einen stolzer Viermaster auf der Leinwand.

Musiker tritt auf im Norderstedter Podium

Am Freitag, 21. Februar, 20 Uhr, tritt Wiegandt im SPD Podium (Ochsenzollerstraße 116) auf. Wie genau das Programm aussehen wird, weiß er noch nicht. „Das ergibt sich“, schmunzelt er. Denn je nach Publikum erzählt er ganz spontan etwas über die Herkunft von Shantys oder anderer Volkslieder. „Liederatur ist alles, was mit Liedern zu tun hat“, beschreibt er seine Sammel- und Erzählleidenschaft. Wiegand geht Volksliedern gerne auf den Grund, will wissen, welche Strophen vielleicht noch gesungen wurden und wie Lieder entstanden sind. „Ich würde zum Beispiel gerne wissen, warum bei Schiffsverabschiedungen das schwäbische ‚Muss i denn zum Städele hinaus‘ gespielt wird“, fragt er sich schon lange.
Für sein Buch „Singen Sie Hamburgisch“ hatte der Volkssänger einen Aufruf gestartet. Aus über 500 Zusendungen entstand ein Buch mit Liedern und ihren Geschichten, die nicht in jedem Sammelwerk stehen. Inzwischen denkt er an eine zweite Auflage. Ihn interessieren vor allem die Stücke, die in Familien, Vereinen oder im Freundeskreis gesungen wurden, manchmal als Parodien bekannter Lieder mit eigenen Texten. Die Sammelleidenschaft begann für den Langenhorner, der am Raakmoor im Grünen wohnt, mit der Gründung von Liederjan.
„Damals kamen 1000 Leute in die Fabrik und wollten uns Volklieder singen hören“, erzählt Jochen Wiegandt. Er war für die kurzen Zwischentexte zuständig und suchte so die Geschichten hinter „Moorsoldaten“ oder „Jetzt fahr‘n wir für über‘n See“ heraus.

Wiegandt würde gerne mit Schülern singen

„Das wichtigste bei Liedersammlungen sind die Geschichten der Menschen dazu“, sagt er. Er will Lieder vor dem Vergessen bewahren, denn auch sie sind für ihn ein Stück Geschichte. Heute singt er gerne in Seniorenheimen oder bei Familienfeiern. Meist können vor allem die älteren Zuhörer seine Lieder mitsingen. „Aber oft nur die erste Strophe“, bedauert der Musiker, der gern vor und mit Publikum singt. „Früher wurde in den Familien noch mehr gesungen. Heute komme ich“, erzählt er. Gerne würde er auch in den Schulen von Liedern und ihren Geschichten erzählen und damit auch jüngere wieder für das Singen begeistern. „Leider hat das noch nicht geklappt.“
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