Henstedts „Antwort auf Picasso“

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Albert Christoph Reck vor seinem Schwarzweiß-Gemälde „Alsterquelle Mitsommertraum“ aus dem Jahr 1993. Foto: Jaeger

Maler Albert Christoph Reck stellt Lebenswerk aus

Henstedt-Ulzburg. Albert Christoph Reck geht in den Räumen der Galerie Sarafand auf und ab. Er begutachtet die Bilder, die Galeristin Angelika Dubber an die Wände hängt. Schließlich bleibt der 89 Jahre alte Maler vor einem Schwarz-Weiß-Gemälde stehen, auf dem einige Urvögel mit langen Hälsen ihre Rituale zu treiben scheinen. „Alsterquelle Mitsommernachtstraum“, frei nach William Shakespeare, hat der Künstler sein 1993 vollendetes Werk genannt. „Das ist eines meiner Lieblingsbilder“, sagt Reck.
Der Naturfreund aus Henstedt-Ulzburg, der in seinem Leben mehr als 3000 Bilder geschaffen hat, stellt bis zum 30. Juni an drei Orten einen Teil seiner Werke aus. Eine vierte Ausstellung ist für November in der Henseleit-Stiftung in Kiel geplant. Die Bilder stehen unter dem Motto „Von der Alsterquelle nach Afrika und zurück“. „Ich habe einen Vogel, er heißt Phantasie“, „Als Einfältiger habe ich einen Knick in der Pupille“ und „Ich bin in vielen Stilen zu Hause“, sagt der gebürtige Schlesier über sich. Seit mehr als 60 Jahren malt und zeichnet der ehemalige Seemann an seinem eigenen Bild-Universum, dass Künstler-Kollegen schon mal als Deutschlands Nachkriegsantwort auf Pablo Picasso bezeichnet haben. Seit 1958 lebte Reck, der auch als Buchautor („Die kleine Naturkunde“) mit seiner Frau Maria-Louise in Harckesheyde und seit 1961 an der Straße Alsterwiesen Henstedt-Rhen. Wenige Schritte waren es nur bis Alsterquelle und der Alsterniederung. Hier legte sich Reck, wie er sagt, manchmal auch in die Kartoffelfurchen und suchte nach Motiven für seine Gemälde. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad streifte er durch die Umgebung, immer die Aktentasche mit den Mal- und Zeichenutensilien dabei. Zwei Jahre später ging er mit Ehefrau und sechs Kindern nach Südafrika, kehrte 1971 vorübergehend zurück und wanderte fünf Jahre danach ins Swasiland/Afrika aus. Erst 2003 entschieden sie sich wieder für Henstedt-Ulzburg als endgültige Bleibe. In seiner alten Heimat will er die „Reckschen Radfahrwege“ weiter malerisch beschreiben – wie seit vielen Jahren schon im Sattel seines Fahrrades. Das ist dem Künstler auf dem Weg zu seiner Frau ins Krankenhaus vor einigen Tagen auf dem AKN-Bahnhof gestohlen worden. „Ist Diebstahl ein neuer Schnäppchensport geworden“, fragt Reck. Er hofft dennoch darauf, dass sein Zweirad vielleicht doch vom Dieb zum Quellenweg 43 in Henstedt-Ulzburg zurückgebracht wird. (rj)

Termine Henstedt-Ulzburg: Galerie Sarafand, Schultwiete, bis 30.6., Mittwoch-Sonnabend, 15-18 Uhr; Kulturkate Beckersberg, 20. und 28. Mai sowie alle Sonntage im Juni, jeweils 15-18 Uhr; Norderstedt: Schalom-Kirche Lütjenmoor, bis 3. Juni, während der Kirchen-Öffnungszeiten.
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