Peinliche Mütter, pubertierende Töchter

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Die Autorin Sabine Ludwig kommt diese Woche zu einer Lesung nach Norderstedt Foto: wb

Autorin Sabine Ludwig liest in der Bücherei Norderstedt aus ihrem Bestseller und spricht damit viele Frauen an

Norderstedt Sabine Ludwig, eine der erfolgreichsten Kinderbuch-Autorinnen Deutschlands, liest am Freitag, den 6. März, um 18 Uhr anlässlich des „Internationalen Frauentages“ in der Stadtbücherei in der Rathausallee aus ihrem Bestseller „Die schrecklichsten Mütter der Welt“.
Norderstedts Gleichstellungsbeauftragte Claudia Meyer möchte erstmals eine Lesung für mehrere Generationen anbieten – vom Teenie bis zur Großmutter, die als junges Mädchen sicher auch eine Mutter hatte, die manchmal genervt hat. Karten kosten neun Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder, enthalten ist ein kleiner Imbiss. Zudem werden fünf Buch-Exemplare unter den Zuhörern verlost.
Claudia Blume sprach für das Norderstedter Wochenblatt vorab mit der Berliner Autorin.

WochenBlatt: Frau Ludwig, wie kann man sich eine Lesung ihres Buches „Die schrecklichsten Mütter der Welt“ vorstellen – herrscht dort eher betretenes Schweigen oder heiteres Gelächter?
Sabine Ludwig: Erstaunlicherweise identifizieren sich die wenigsten Frauen mit den Protagonistinnen im Buch. Allerdings kennen alle mindestens eine Mutter mit entsprechenden Charakterzügen – und darüber können sie entsprechend lachen.

WB: Die Mütter in Ihrem Buch sind wahlweise chaotisch, streng, unfair zu Geschwisterkindern oder grenzenlos ehrgeizig, was das Talent ihres Kindes angeht. Waren auch Sie eine schreckliche Mutter?
Ludwig: Mit Sicherheit. Jede Mutter ist irgendwann in der Pubertät ihrer Kinder in deren Augen schrecklich peinlich.

WB: Haben Sie ein persönliches Beispiel?
Ludwig: Na klar. Meine Tochter Emma war etwa 14 Jahre, als ich ihr ein zu Hause vergessenes Pausenbrot in die Schule gebracht habe. Doch nicht die Tatsache, dass ich dort auftauchte, war zum Totschämen für sie, sondern meine knallrote Teenager-Hose, die ich anhatte. Ich habe sie nie wieder angezogen.

WB: Warum tun Mütter so etwas?
Ludwig: Manchmal, weil sie so sein möchten wie ihre Kinder, die ihr verlängertes Selbst darstellen. Einige Mütter kontrollieren ihre Sprösslinge engmaschig, lesen sogar Tagebücher und Mails und begehen damit in meinen Augen einen absoluten Vertrauensbruch. Sie können keinen Abstand halten und sehen nicht, dass ihr Kind ein eigenständiger Mensch mit eigenen Bedürfnissen ist.

WB: Gibt es Hoffnung?
Ludwig: Auf jeden Fall, denn Mütter sind lernfähig. Und jedes Kind wird im Rückblick sagen, dass es die beste Mutter der Welt hatte. Zu dieser Meinung kommen übrigens die drei Kinder in meinem Buch letztendlich auch. (blu)
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