20 Jahre im Einsatz für fairen Handel

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Gunther Warnecke (v.l.), Uschi Schwaratzki, Susanne Reiländer und Franz Maletzke stoßen mit Fairtrade-Kaffee auf das Jubiläum des „Eine Welt“-Vereins anFoto: now

Norderstedter Verein „Eine Welt für Alle“ hat Geburtstag. Nachwuchs gesucht

Norderstedt. Als die Mitglieder des Vereins „Eine Welt für Alle“ vor 20 Jahren ihr Projekt ins Leben riefen, standen sie mit ihrer Idee zunächst im Regen. Immer mal wieder wurden sie nass, als die Norderstedter am Harksheider Markt Flyer verteilten, die dafür warben, den Handel für Produkte aus Entwicklungsländern fairer zu machen. Trotz des schwierigen Starts glaubten Frank Maletzke und seine Mitstreiter an das westafrikanische Sprichwort: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“
Im Regen mussten die Vereinsmitglieder nicht lange stehen, denn Helmut Dalmann, damals mit seinem Geschäft für Lacke und Farben am Harksheider Markt ansässig, bot dem Verein eine Heimat. Jeden Sonnabend wurden dort fair gehandelte Produkte verkauft. Um die Produkte zu lagern, räumte Dalmann extra ein Regal in seinem Geschäft frei.
Zwei Jahre später bot die Stadtverwaltung dem Verein ein eigenes Ladenlokal am Rathausmarkt an. Etwa 15 Freiwillige verkaufen dort Lebensmittel, Spielzeug, Musikinstrumente und Kleidung. Hier begann auch die Aktion „Fairflixt goot“-Kaffee“. Seit letztem Jahr wird in der Verwaltung nur noch fair gehandelter Kaffee getrunken, auch viele gastronomische Betriebe sowie Kirchengemeinden und Schulen beteiligen sich.

Thema in Schulen

Etwa 70 Mitglieder hat der Verein, 15 von ihnen setzen sich regelmäßig aktiv dafür ein, dass die Bauern in Entwicklungsländern gerechte Preise für ihre Produkte erhalten. So zum Beispiel Gunther Warnecke. Der Arzt im Ruhestand suchte nach einem ehrenamtlichen Engagement und stieß vor fünf Jahren zufällig auf den Laden am Rathaus. Inzwischen ist er zum zweiten Mal in den Vorstand gewählt worden und kümmert sich vor allem um die Website des Vereins und die Kurse in nachhaltiger Bildung.
Lehrer und Referendare werden bei Seminaren im Ladenlokal zum Thema Nachhaltigkeit geschult und bekommen Unterstützung für ihren Unterricht. Dazu gibt es viele Veranstaltungen in Schulen, Kindergärten und Kirchengemeinden.

Aktiv beim Fest

Schon früh wurde der Verein „Kulturträger“ der Stadt, aktuell engagieren sich Frank Maletzke und seine Mitstreiter beim Afrika-Projekt, dessen Abschluss am Sonntag, 6. Juli, mit einem großen Fest im Stadtpark gefeiert wird. Seit einigen Jahren gibt es auch Konzertveranstaltungen auf der Freifläche vor dem Laden.
Nur eines macht Schatzmeisterin Susanne Reiländer Sorgen. Sie wünscht sich mehr Nachwuchs. „Wir haben zu wenig Freiwillige“, sagt sie. (now)
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