Aktion gegen Gewalt

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Aktionstag „Gegen Gewalt an Frauen“: Jens Rossow (v.l.), Andrea Hempel, Sabine Schulze, Holger Rathjen, Annegret Horn und Alessia Ravalli.Foto: R. Jaeger

Brötchen in Tüten mit „helpline“-Telefonnummer verteilt

Henstedt-Ulzburg.
Beate K. hatte, was ihre berufliche Zukunft betrifft, eine klare Vorstellung: Sie möchte Bäckereifachverkäuferin werden. Landesinnungsmeister Holger Rathjen (55) erfüllte ihr den Wunsch. „Es dauerte aber nicht lange, da musste sie die Ausbildung wieder abbrechen“, erzählt der Bäckermeister aus Henstedt-Ulzburg anlässlich der Aktionswoche „Gegen die Gewalt an Frauen“.
Der Vater der jungen Frau verfolgte sie, er war nicht einverstanden mit ihren Plänen. „Diese Art von Machtausübung hat mich zum Nachdenken angeregt“, sagt Holger Rathjen. Der Bäckermeister beteiligte sich, wie auch 77 weitere Betriebe mit 300 Geschäften in Schleswig-Holstein an der Aktion.
Er verteilte vor seiner Filiale in Henstedt-Ulzburg anlässlich der Kampagne „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ Brötchen in speziellen Tüten mit der Telefonnummer der landesweit geschalteten „frauenhelpline“, um betroffene Frauen zu ermutigen, sich Hilfe zu holen.
Henstedt-Ulzburgs Polizeichef Jens Rossow gab an einem Infostand im Zentrum Tipps: „Betroffene Frauen sollten immer zur Polizei gehen. Wir zeigen Möglichkeiten auf, sich an Frauenhäuser zu wenden, an die Lebenshilfe oder an die Organisation Weißer Ring.“ Rossow schilderte einen Fall: „Eine Frau kam in die Wache. Sie war von ihrem Mann regelmäßlich geschlagen worden. Sie litt sehr, aber sie liebte ihn. Der Weiße Ring konnte ihr schließlich helfen.“
Drei Stunden lang klärten Polizeichef Jens Rossow, die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, Annegret Horn und die Beraterin des Frauentreffpunktes Kaltenkirchen, Andrea
Hempel interessierte Bürger über das Gewaltschutzgesetz sowie die Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten auf.
Häusliche Gewalt ist die am weitesten verbreitete Form der Gewalt gegen Frauen und umfasst alle gesellschaftlichen Schichten. In Deutschland ist davon fast jede vierte Frau betroffen. (rj)
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