Als die Flüchtlinge kamen

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Peter Reimann vom Heimatbund mit einem Stapel der Jahrbücher Foto: now

Das Jahrbuch des Heimatbundes mit einem Thema, das vor 60 Jahren und heute aktuell ist

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Unverhofft hat das Jahrbuch 2015 des Heimatbundes Aktualität bekommen. Seit 1996 gibt der Heimatbund das Buch heraus, immer mit Berichten aus der Vergangenheit der Stadt, dazu einer Chronik des jeweiligen Jahres und einem Überblick über die Aktivitäten des Vereins. Das für 2015 schon lange geplante Jahresthema „Flüchtlinge in Schleswig-Holstein“ dagegen scheint als Thema aktueller denn je zu sein. Es passt zu den aktuellen Ereignissen im Land. Gerade erst hat Sozialdezernentin Anette Reinders 2.000 Flüchtlinge für Norderstedt für das kommende Jahr angekündigt. Doch in dem Bericht von Marlen von Xylander (Stadtmuseum) geht es nicht um die Flüchtlinge aus Syrien, Jemen oder Afghanistan. Die Historikerin erzählt über die Zeit von 1945 bis 1949, als Evakuierte und Ausgebombte in den Norden kamen. Sie erzählt von der Enge in den Notunterkünften und von der schwierigen Versorgung der Flüchtlinge.
Peter Reimann, Vorsitzender des Heimatbundes und Herausgeber des Jahrbuches, hat den Bericht noch um die spezielle Situation in den Norderstedter Ursprungsgemeinden Friedrichsgabe, Garstedt, Glashütte und Haksheide ergänzt. „Die letzten Baracken am Rugenbarg wurden erst 1964 geräumt“, erzählt er.
700 Exemplare des Jahrbuchs hat Reimann drucken lassen, neben dem Flüchtlingsthema gibt Reimann einen Einblick in die Geschichte der U-Bahnanbindung. Die Themen weiterer Beiträge von Jörg Penning, Hans-Joachim Schüller und Michael Heilmann sind der Tod von Karl Offen, Spurensuche in Pinneberg, Heinz Knopp, ein Künstler aus Friedrichsgabe und die Tarpenbek. Einen Einblick bietet auch die Arbeit von Wolfgang Zachau.

Norderstedt der 70er-Jahre


Norderstedt einst und heute stellt viele Fotos aus den 70er- und 80er-Jahren den neuen Ansichten gegenüber, dazu gibt es viele Informationen zu alten wie auch neuen Ansichten. „Dafür haben wir das Buch sogar um acht Seiten verlängert“, erzählt Reimann. Neu in diesem Jahr ist der Index auf den letzten Seiten. Hier sind jetzt erstmals alle Themen der vergangenen Jahrbücher unter Stichworten zu finden, dazu die Ausgabe und die Seitennummer. Auch für 2016 gibt es schon Ideen: Reimann will die Geschichte der Stadtwerke vorstellen und hat sich dazu vier Jahre vor deren 100. Geburtstag schon einmal den Zugang zu den Archiven des Unternehmens gesichert. Weitere Vorschläge oder Themenangebote nimmt Reimann gerne entgegen. Das Jahrbuch wird in allen Norderstedter Buchhandlungen und bei Lange am Harksheider Markt verkauft und kostet 10,90 Euro.
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