Anwohner kritisieren Bauvorhaben

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Architektin Beate Trzcinski versprach den Zuhörern ein „Wohngebiet zum Wohlfühlen“. Foto: Jaeger

Auf dem Grundstück des Betonwerks Wagenhuber sollen Wohnungen entstehen

Henstedt-Ulzburg. Beate Trzcinski hatte sich bestens vorbereitet. Die erfahrene Architektin, die seit 23 Jahren in Henstedt-Ulzburg lebt, wollte den mehr als 100 Bürgern im völlig überfüllten Vereinsheim des früheren SV Henstedt-Rhen nur Positives von den umfangreichen Bauplänen der Betonfürsten Walter und Manfred Wagenhuber an der Norderstedter Straße/Schleswig-Holstein-Straße berichten. Doch schon nach fünf Minuten wurden die Protestrufe so laut, dass sie kaum noch zu Wort kam. „Wir lassen uns nicht gefallen, war hier geplant ist.“ Das war der allgemeine Tenor unter den Zuhörern, die der Einladung des SPD-Ortsvereins gefolgt waren. „Wir wollen auf dem 44 Hektar großen Gelände ein Wohngebiet zum Wohlfühlen errichten“, sagte Beate Trzcinski im Gegenzug. „Das glauben wir nicht“, kam postwendend die Antwort der Kritiker. Einer von ihnen war Ortwin Pawel, dessen Einfamilienhaus im Tannenweg nur 40 Meter von der zu erwartenden Riesenbaustelle entfernt liegt: „Ich meine, es geht hier nur ums Geldverdienen. An die Bürger in der Umgebung denken die nicht.“ Die Brüder Wagenhuber wollen ihr zwei Kilometer von der Bundesautobahn A7 gelegenes Grundstück verkaufen und Wohnraum für nahezu 500 Menschen errichten lassen: In der Planung stehen ein Bürohaus mit zehn Stockwerken, 91 Reihenhäuser, fünf Mehrfamilienhäuser und acht Doppelhaushälften. Kein Gebäude in der Großgemeinde ist höher als sieben Geschosse.Auf dem Gelände stehen heute die Überreste eines Betonwerkes, das in den vergangenen Jahren mit knapp 25 Mitarbeitern arbeitete und lange Zeit wirtschaftlich erfolgreich war. Doch in der Finanzkrise sanken seit 2008 die Umsätze. „Wir müssten das Werk aufstocken und ein Zwei-Schichten-System einführen“, sagte Gesellschafter Walter Wagenhuber, der sich unter die Zuhöher gemischt hatte. „Wir haben zuletzt hohe Verluste gemacht, das können wir uns nicht mehr leisten. Also haben wir uns fürs Verkaufen entschieden.“ SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Ostwald hielt sich während der zweistündigen Veranstaltung im Hintergrund: „Ich höre heute zum ersten Mal, was geplant ist. Die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses wussten nichts, weil die für den 4. Juni geplante Sitzung mit der Präsentation durch Frau Trzcinski um zwei Wochen verschoben wurde.“ Entschieden ist noch nichts. Ob das Millionenprojekt tatsächlich realisiert werden kann, steht in den Sternen. (rj)
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