Auf die Jugend zugehen – mehr mobile Angebote geplant

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Olli, Sylvana und Petra (v.l.) vom Spielmobil Fidibus, welches ein Erfolgskonzept ist Foto: Nowatzky

Norderstedt erarbeitet neues Konzept nach Studie

Norderstedt Nach fünf Jahren hat der Jugendhilfeausschuss ein neues Konzept für die Offene Kinder und Jugendarbeit beschlossen – höchste Zeit, wie alle Beteiligten finden. „Das Freizeitverhalten der Jugendlichen hat sich geändert und auch die freien Zeiten durch die Ganztagsschule“, sagt Klaus Struckmann, als Leiter des Jugendamtes verantwortlich für das neue Konzept. Schon seit 2011 gab es zwischen Verwaltung und Politik viel Hin und Her um das neue Konzept. Katrin Schmieder, Grüne: „Wir hatten einen ganz schönen Zick-Zack-Kurs in den vergangenen Jahren. Am Ende mussten wir eigene Ideen und Erfahrungen loslassen und den Mitarbeitern des Jugendamtes einfach mehr Vertrauen.“
Endgültig Schwung in den langwierigen Prozess hatte ein Gutachten gebracht: Professor Deinet vom Institut für sozialraumorientierte Praxisforschung und Entwicklung hatte auf den Punkt gebracht, woran es in Norderstedt fehlt. Er
befragte über 600 Kinder und Jugendliche, leitete Workshops und beteiligte den Kinder- und Jugendbeirat (KJB). Das Ergebnis: Jedes Jugendhaus braucht ein eigenes Profil und die Mitarbeiter können nicht in den Jugendhäusern
auf die Jugendlichen warten, sondern müssen mehr als bisher zu ihnen gehen. Sozialdezernentin Anette Reinders: „Wir müssen dahin, wo die Jugendlichen sind!“ Die Arbeit mit dem seit Jahren erfolgreichen Spielmobil Fidibus zeigt schon jetzt, wie es zukünftig aussehen kann. Mit mobilen Angeboten kommen die Mitarbeiter dorthin, wo die Kinder sind – auf Spielplätze und auch zu den Flüchtlingsunterkünften. Zwei neue Busse für mehr Arbeit vor Ort müssen her. Anschaffungskosten zusammen 60.000 Euro, jährliche Kosten etwa 12.000 Euro. Zum einen soll ein zweites Spielmobil für Garstedt und Glashütte angeschafft werden. Zurzeit fährt der Fidibus vor allem Friedrichsgabe, Norderstedt Mitte und Harksheide an. Ein Bus soll als Jugendmobil eingerichtet werden, gemeinsam mit dem KJB wollen die Mitarbeiter von Struckmann hier Ideen für die Ausstattung finden. „Es gibt in jedem Stadtteil Treffpunkte: Den Stadtpark, den Willy-Brand-Park oder den Ossenmoorpark – dort kommt das Jugendmobil hin und wirbt auch für die Angebote in den Jugendhäusern“, stellt er sich vor. Einige Ideen werden bereits umgesetzt. So setzt das Haus Glockenheide in Friedrichsgabe auf ein Kulturcafé, der Bunker in Norderstedt-Mitte mit Unterstützung des KJB stärker auf Angebote für ältere Jugendliche, wie den Bunkerabend. Rund 100 Jugendliche kommen Ende der Woche abends in den Jugendbunker. Mehr Geld für das Konzept ist aber nicht eingeplant, die Zahl der Jugendhäuser bleibt, auch die der Mitarbeiter. (now)
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