Aus eins mach zwei

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Annerose Schultz freut sich über den gelungenen Umbau Foto: Nowatzky

Annerose Schultz baute ihr Haus um

Norderstedt. Allein in einem 155 Quadratmeter großen Reihenhaus - so wollte Annerose Schultz nicht leben. Viel zu groß war das Haus aus den 70er-Jahren, nachdem die Kinder auszogen und ihr Mann 2011 starb. Zuviel Platz und zu hohe Energiekosten brachten die Rentnerin aus Glashütte ins Grübeln. „Im ersten kalten Wintermonat dachte ich: das ganze Heizöl nur für mich allein“, erinnert sie sich.
Eine Option: Das Haus verkaufen und dafür eine passende Wohnung suchen. „Aber für die 300.000 Euro hätte ich nur eine kleine Wohnung bekommen und mein Haus wäre weg gewesen“, brachte die 67-Jährige in Erfahrung. Stattdessen kam sie auf eine andere Idee: Aus eins mach zwei. Denn ihr Reihenhaus eignete sich gut, um eine Maisonette-Wohnung abzuteilen und zwei Wohnungen zu schaffen. Als gelernte Bauzeichnerin machte sie sich an die Arbeit und entwarf Umbaupläne. Mit einer zusätzlichen Wand im Erdgeschoss trennte sie ihren Wohn- und Essbereich vom Treppenhaus, baute im 1. Stock eine zusätzliche Tür ein und schaffte mit einem Durchbruch aus ihrem Schlafzimmer ins Bad Fakten. Entstanden ist eine 75 Quadratmeter Wohnung, die sie innerhalb einer Woche an eine junge Frau vermietete. „Als ich meinen Nachbarn erzählt habe, was ich machen will, haben alle entsetzt reagiert“, schmunzelt die sympathische Rentnerin. „Wer weiß, wen Du da rein bekommst“, war noch die vorsichtigste Warnung. Schließlich ging sie mit ihrer Idee zur AG Wohnen der Zukunftswerkstatt Norderstedt. Angelika Kahlert, Vorsitzende des Seniorenbeirates, machte ihr weiter Mut. Sie startete kurzentschlossen ihr Umbauprojekt. 14.500 Euro kosteten die Baumaßnahmen. Dafür spart sie künftig 1.200 Euro an Energiekosten im Jahr und kann die jährlichen Mieteinnahmen von 4.680 Euro dagegen rechnen. In weniger als drei Jahren sind die Umbaukosten wieder drin und Annerose Schultz ist begeistert: „Es ist ein beruhigendes Gefühl, im Haus nicht allein zu sein.“ Für die Zukunftswerkstatt ist diese Lösung ein Vorzeigemodell: „Klimaschutzeinsparung, soziale Aspekte und Wirtschaftlichkeit. Das passt genau zu unserem Ansatz“, weiß Ina Streichert. Erfahrungsberichte gibt Anneroes Schultz gerne unter
Telefon 040/524 96 77 oder über die AG Wohnen des Seniorenbeirates. (now)
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