Aus für alle Tanzbälle in der TriBühne?

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Hat es sich bald ausgetanzt? Richtig deftig trifft die neue Gema-Gebühr Diskotheken. Diese müssten teilweise das 20- bis 30-Fache an die Gema zahlen. Foto: thinkstock

Neue Gema-Gebühren bedrohen Tanzveranstaltungen, Musikclubs und Discos

Norderstedt. Norderstedts Kulturmanager schlagen Alarm. Die geplante Tarifreform für die Gema-Gebühren, die den Diskotheken, Musik-Kneipen und Veranstaltern mit musikalischer Unterhaltung zum 1. Januar 2013 droht, könnte für viele Unternehmen das vorzeitige Aus bedeuten.
„Die angekündigten Preiserhöhungen sind geradezu absurd“, sagen Sabine Junck und Rajas Thiele von der Mehrzwecksäle GmbH in Norderstedt, die die TriBühne im Rathaus und das Kulturwerk am Stadtwerk betreiben. Neben zahlreichen Theateraufführungen und Konzerten feiern dort seit Jahren alle sechs Norderstedter Gymnasien ihre Abi-Bälle.
Damit dürfte es bald vorbei sein, wie die Berechnungsbeispiele zeigen, die TriBühnen-Macher aufgelistet haben. Demnach müssten die meist jugendlichen Veranstalter eines Abi-Balles, bei dem sie zu Live-Musik und einem engagierten DJ fröhlich tanzen wollen, künftig nicht mehr nur zwischen 500 Euro und 1000 Euro, je nachdem ob es sich um originale oder kopierte Tonträger vom Laptop handelt, die sie abspielen, sondern 3100 Euro an die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte abführen, wie die Gema ausgeschrieben heißt. Die Gema reicht ihre Einnahmen an die Komponisten und Produzenten der Musikstücke weiter.
Das entspräche einer Verteuerung der Gema-Gebühren für Abi-Bälle um das Drei- bis Fünffache, rechnet Sabine Junck vor. Das beliebte Oktoberfest in der TriBühne würde etwa doppelt so teuer werden, weil sich die Gema-Gebühren dafür von 370 auf 804 Euro erhöhten. Und die Bälle der Kulturträger und des Sports hätten mit jeweils 2500 Euro für die Abendveranstaltungen etwa fünfmal so viel an die Gema abzuführen als es bisher der Fall war.
Ob sich dann noch diese Bälle über Eintrittsgelder refinanzieren ließen, ist die große Frage, die sicherlich alle Veranstalter umtreiben dürfte, warnen Junck und Thiele. „Bei einer Absage würden auch uns Einnahmen wegbrechen.“
Richtig deftig trifft die neue Gema-Gebühr die reinen Musik-Kneipen und Diskotheken. Diese müssten teilweise das 20- bis 30-fache des bisherigen Beitrages an die Gema zahlen, warnt der Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) „Wir müssen diese dramatischen Tariferhöhungen unbedingt verhindern“, fordert Knut Barkowsky vom DeHoGa-Kreisverband, dem 180 Betriebe im Kreis Segeberg angehören. „Was die Gema hier vorhat, ist fürchterlich und wird alle Saalbetriebe mit Musikveranstaltungen hart treffen.“ (bf)
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