Ausgeglichene Schadstoffbilanz bei Stadtwerken

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Sabine Schröder übereichte Theo Weirich (r) und Oliver Weiß das Zertifikat, das die Stadtwerke als klimaneutral ausweist Foto: bf

Norderstedter Energieversorger kauft Öko-Zertifikate. Ziel: Null-Emissions-Stadt

Norderstedt. Die Stadtwerke sind jetzt klimaneutral. Das städtische Unternehmen, das mit seinen 350 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 103 Millionen Euro erwirtschaftet, hat in diesem Jahr eine ausgeglichene Schadstoffbilanz erreicht.
Für die insgesamt rund 66.000 Tonnen Kohlendioxid, die der Energieversorger im vorigen Jahr an Erdgas, Strom, Fernwärme und Kraftstoff für den Eigenbetrieb und den seiner Tochtergesellschaften wie Arriba-Erlebnisbad, Strandbad im Stadtpark und wilhelm.tel-Telekommunikation in die Atmosphäre ausstieß, hat es jetzt CO-2-Zertifikate in gleicher Höhe erworben.
Sabine Schröder von der Energieagentur Base und Peak aus Frankfurt überreichte Werkleiter Theo Weirich die Urkunde, die diese Klimaneutralität belegt.
„Diese neutrale CO-2-Bilanz werden wir auch in Zukunft aufrechterhalten“, kündigte Weirich an. Dies würde nicht nur durch den Ankauf von Zertifikaten geschehen. „Wir wollen das auch aktiv erreichen, indem wir uns direkt in Projekte der Produktion von erneuerbaren Energien einkaufen.“ Zudem solle natürlich auch der Energieverbrauch, der allein beim Erdgas 250 Millionen Kilowattstunden pro Jahr ausmacht, zum Beispiel durch den Ausbau weiterer Blockheizkraftwerke, weiter gesenkt werden. Der Ankauf der Zertifikate, die den Austausch von fossilen Energieträgern durch Biomasse in Südkorea dokumentieren, habe die Stadtwerke 45.000 Euro gekostet, sagt Weirich.
Diese klimaneutrale Energiebilanz des städtischen Energieversorgers sei „ein Meilenstein“ auf dem Weg des ambitionierten Vorhabens der Stadt, bis zum 2030 Null-Emissions-Stadt zu werden, freut sich Oberbürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Grote.
Dies ist Teil des bundesweiten Programms „ZukunftsWerkStadt“, bei dem sich Norderstedt um den Titel einer Umwelthauptstadt bewirbt. Seit die Stadt 1994 dem Klima-Bündnis beigetreten ist, sei der CO-2-Austoß in den Schulen, Kindergärten und anderen städtischen Einrichtungen um 60 Prozent reduziert worden. Die Stadt kommt ihrem Ziel bis 2030 Null-Emissions-Stadt zu werden immer näher. 40 Preise haben die Mitarbeiter des Umweltamtes und des Amtes für ein Nachhaltiges Norderstedt für ihre Projekte bereits eingeheimst. „Das rechnet sich auch wirtschaftlich“, sagt Bürgermeister Grote. „Seit 1994 haben wir so 7,5 Millionen Euro Energiekosten gespart.“
Dieses Engagement für den Klimaschutz wirkt sich offenbar auch positiv auf das grüne Image der Stadtwerke aus, wie eine Befragung aller 31.000 Haushalte ergab. Gut 80 Prozent der 4169 Kunden, die sich an dieser Befragung beteiligten, attestierten dem Energieversorger hohe Kompetenz und eine zentrale Rolle auf dem Weg der Energiewende. Zu diesem Ergebnis kommt der Umweltpsychologe Christian Hoffmann aus Berlin, der mit Stadtwerkesprecher Oliver Weiß den Fragenkatalog erarbeitet und ausgewertet hat. Es fehle vielen Menschen nur an Wissen, was sie persönlich für die Energiewende tun könnten. Dies sei eine hervorragende Ausgangslage für die Stadtwerke, außer dem Tu-Watt-Tarif aus Wasserkraftwerken ihren Kunden weitere Öko-Produkte anzubieten, rät Hoffmann. „Das ist eine gute Grundlage für uns“, sagt Werkleiter Jens Seedorff. „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir im Dialog mit den Bürgern bleiben.“ (bf)
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