Baustart für Tagesklinik

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Auf dem Gelände beim Umspannwerk wird schon gebaut, 2014 soll das Therapiezentrum eröffnen Foto: now

Am Frederikspark entsteht ein Zentrum für Psychotherapie

Norderstedt. Der Neubau der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Gebiet Frederikspark hat begonnen. Während bisher für Erwachsene Kliniken in Bad Segeberg oder Kaltenkirchen die nächste Möglichkeit waren, mussten Kinder und Jugendliche nach bis nach Schleswig zur Behandlung fahren. In der neuen Einrichtung mit zwei verbundenen Gebäuden, die der Landesverein für Innere Mission baut, wird es 20 Plätze für Erwachsene und zwölf für Kinder und Jugendliche geben.

Jedes fünfte Kind sei „diagnosebedürftig“

„Rund 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind diagnosebedürftig“, klärt Dr. Franz Otto Ambrass-Kriwatt, Kinderarzt und Kinderpsychiater, auf. Der Leiter des Familienzentrums Nord: „Es gibt eine Unterversorgung.“ Störungen bei Kindern und Jugendlichen seien meist länger anhaltend, der Schwerpunkt liege auf der ambulanten Betreuung. Dazu kämen in der Behandlungskette Phasen mit stationärer oder teilstationärer Behandlung. „Der Erfolg steht und fällt mit der Kooperation zwischen ambulanter und klinischer Versorgung“, so Ambrass-Kriwatt.
Die Tagesklinik, die Ende 2014 eröffnet werden soll, will gerade im Bereich Kinder und Jugendpsychiatrie eng mit den regionalen Hilfeanbietern zusammenarbeiten. „Um der Situation von Patienten und Familien gerecht zu werden, ist das absolut nötig“, sagt Nikolas Kahlke, Chefarzt des Psychiatrischen Zentrums Rickling, dessen stationäres Angebot durch die Tagesklinik ergänzt werden soll. Schon seit Mitte der 90er-Jahre ist die Innere Mission unter anderem mit Beratungsstellen und Angeboten zur Suchtprävention in den Norderstedter Schulen aktiv und suchte daher schon länger nach einem Standort für die Tagesklinik vor Ort.

Hilfe in Wohnortnähe

In der Klinik werden voraussichtlich vor allem Menschen mit Depressionen und Persönlichkeitsstörungen medizinisch betreut. „Patienten mit akuter Suizidgefahr, Fremdgefährdung oder nach akutem Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch werden hier nicht behandelt“, beruhigt Ricklings leitender Chefarzt Hans-Joachim Schwarz. Besonders der aus Norderstedter Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe gemeldete Bedarf an Therapieplätzen für Vorschulkinder soll hier in der Klinik in wohnortnähe gedeckt werden können. „Wir möchten auch Kinder von psychisch kranken Elternteilen zusammen mit ihren Eltern behandeln können“, ergänzt Kahlke. (now)
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