Bei Hempels auf dem Sofa

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Hempels-Chef André Klinger mit Geburtstagsballon ist begeistert von dem Ansturm der Leute auf das Gebrauchtwarenhaus Hempels Fotos: Fuchs

Am 10. August feiert das Gebrauchtwarenhaus Geburtstag. Positive Bilanz

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt. Mit diesem Erfolg habe vor einem Jahr niemand gerechnet, sagt André Klinger, Fachbereichsleiter im Betriebsamt der Stadt. Zum ersten Geburtstag des Gebrauchtwarenhauses Hempels können seine Betreiber eine positive Bilanz ziehen.

350 Kunden pro Tag

Jeden Tag kommen bis zu 120 Bürger in die Stormarnstraße 34, um ihre alten Sachen abzugeben. Die finden schnell neue Besitzer, denn etwa 350 Kunden suchen sich jeden Tag das Beste davon aus. „Wir haben im ersten halben Jahr schon 200.000 Euro umgesetzt“, sagt Klinger. Für das laufende Jahr seien 600.000 Euro angepeilt.
Offenbar ist das Wiederverwenden alter Sachen voll im Trend. Die 16 Mitarbeiter des Gebrauchtswarenhauses haben alle Hände voll zu tun. Das bewahrt die Stadt davor, dass überall Sperrmüll herumsteht und bietet Menschen, die nicht so viel Geld haben, die Möglichkeit, gut erhaltene Möbel und Hausrat günstig zu erwerben.
Zum einjährigen Bestehen des ungewöhnlichen Kaufhauses lädt die Stadtverwaltung alle Bürger und Kunden für Sonnabend,
10. August, 10 bis 17 Uhr, zur großen Geburtstagsfeier ein. Es gibt ein buntes Programm mit Fahrradversteigerung, Spielen, Tombola, Musik, Aktion und Information, kündigt Klinger an. Die Besucher können auf einen Hubwagen steigen und sich Norderstedt von Oben ansehen, eine Rundfahrt mit dem Feuerwehrwagen machen und in dem 1700 Quadratmeter großen Geschäft stöbern. Es gibt 20 Prozent Geburtstagsrabatt.
Dass es bei Hempels eine große Auswahl gebrauchter Einrichtungsgegenstände und Produkte des alltäglichen Lebens gibt, hat sich schon über die Stadtgrenzen hinweg herumgesprochen.

Friedhofs-Orgel nach Polen verkauft

Hempels habe schon Kunden aus ganz Deutschland gehabt, sagt Klinger. Der Hartz-IV-Empfänger, der eine billige Sitzgarnitur braucht, sei ebenso darunter wie der Porsche-Fahrer, der eine alte Golfausrüstung sucht. Manche hätten ihre Spiele-des-Jahres-Sammlung dank Hempels komplettiert. Andere seien beim Teppich-Kauf fündig geworden, wie jener Experte, der sich für 1000 Euro einen echten Perser bei Hempels kaufte. „Das war bislang unser teuerstes Stück“.
Am spektakulärsten war wohl der Verkauf der defekten Orgel der städtischen Friedhofskapelle an einen Kirchenmusiker in Polen. „Der kam eigens mit dem Pfarrer angereist und prüfte das alte Stück. Jetzt steht es in Polen und spielt dort wieder bei Trauerfeiern“, sagt Klinger stolz. „Der Käufer hat uns ein Foto geschickt.“
Der Trend zu Nostalgie und Recycling in der Bevölkerung sei wohl das Geheimnis hinter dieser rasanten Entwicklung, glaubt der Hempels-Chef.
„Jedes alte Stück hat ja seine eigene Geschichte. Allen neuen Sachen fehlt das doch.“ Jeder, der das Kaufhaus betritt, entdecke sofort einen alten Sessel, einen Schrank oder ein Bild, die er aus Kindertagen kennt. (bf)
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