Beim Müll sammeln lernen

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Jugendliche aus dem DAZ-Zentrum sammelten Müll im Moorbekpark Foto: Nowatzky

Norderstedter DAZ-Schüler machen den Park sauber

Von Claudia Nowatzky
Norderstedt
Fatma und Konstantina haben ganz hinten noch Flaschen entdeckt – hochmotiviert gehen die beiden DAZ-Schülerinnen (DAZ steht für Deutsch als Zweitsprache) mit ihrem grünen Sonder-Müllsack durch den Moorbekpark und sammeln auch abseits der Wege ein, was Besucher achtlos weggeworfen haben. 45 Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren aus den Kursen „Deutsch als Zweitsprache“ sind mit ihren Lehrern gemeinsam dem Aufruf von Petra Orth vom Betriebsamt gefolgt. „Sauberes Norderstedt“ heißt die Aktion, an der sich jedes Jahr etwa 2.000 Norderstedter beteiligen. Aus ihren Heimatländern haben die Jugendlichen ganz unterschiedliche Erfahrungen mit Müll. Während Alicia sagt: „In Italien ist viel mehr Müll,“ kennen die Schwestern Nicole und Ysabelle aus Singapur vor allem saubere Straßen. „Aber an den Stränden ist bei uns auch viel Müll“, erklären sie. Nach einer Stunde Müll sammeln haben beide beschlossen: „Wir schmeissen nichts mehr einfach so weg.“ Gefunden haben die Jugendlichen im Park vor allem Bierflaschen, Zigarettenkippen, Taschentücher, oder auch den einen oder anderen Trinkbecher aus dem nahen Kino. „Und viel Hundescheiße“, verzieht Alicia angewidert das Gesicht. Die Idee, gemeinsam Müll zu sammeln, kam bei den DAZ-Schülern gut an. „Ich habe Fotos von einem Wald mit und ohne Müll und Müll sammelnden Kindern gezeigt“, erzählt Lehrer Friedemund Rohde, wie er seiner Klasse die Idee erklärte. Denn die sind meist erst seit Januar in Deutschland, statt auf langwierige Erklärungen hat sich der Pädagoge daher mit Fotos verständlich gemacht. Offenbar erfolgreich, denn die Jugendlichen sammeln mit viel Eifer in der öffentlichen Parkfläche. Nach gut einer Stunde wandern Säcke und gespendete Handschuhe in den schon wartenden Müllwagen, zur Belohnung geht die Gruppe gleich weiter ins MuKuJugendhaus Buschweg. „Dann lernen die Jugendlichen gleich noch eine Anlaufstelle für ihr Alter in Norderstedt kennen“, so Rohde.
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