Beleuchtung fürs konzentrierte Lernen

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Schulleiter Andreas Kelber im Klassenraum der Klasse 5d, das mit dynamischem Licht ausgestattet ist

Vier von fünf Klassenräumen der Comeniusschule Quickborn sind nun mit sogenanntem dynamischem Licht ausgestattet

Von Burkhard Fuchs
Quickborn. Die Gemeinschaftsschüler der Comeniusschule werden künftig entspannter lernen können. Das verspricht sich Schulleiter Andreas Kelber von den neuen Lichtverhältnissen, die in vier von fünf Klassenräumen des renovierten Altbaus in der Straße am Freibad 3 herrschen.
Dank einer Spende der Lions, des Rotary Clubs und der Elterninitiative kamen die 22.000 Euro für die dynamische Lichtanlage zusammen. Je nach Farbton beruhigt die Anlage die Jungen und Mädchen oder lässt sie konzentrierter arbeiten.
„Es ist ja keine neue Erkenntnis, dass Licht die Stimmung der Menschen beeinflusst“, sagt Schulleiter Andreas Kelber, der dieses Projekt initiiert hat. Die durch das Licht angeregten Rezeptoren in der Netzhaut der Augen sorgen dafür, dass der Körper bestimmte Botenstoffe produziert. Diese beeinflussen den Gemütszustand und die Aktivität der Menschen. So kann das dynamische Licht in der Comeniusschule vier verschiedene Lichtszenarien kreieren: einen blauen oder einen roten Farbton, eine Tageslicht-Variante und die normale Beleuchtung, die aber je nach Tageszeit und Wetterlage dimmbar ist.

Positive Auswirkungen

Eine Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Hamburg habe die Angaben des niederländischen Herstellers bestätigt, sagt Prof. Roland Greule von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. „Sowohl die Aufmerksamkeit und Konzentration, wie auch Hyperaktivität lassen sich positiv beeinflussen.“ Bei jenen Schülern, die diesem modernen Licht ausgesetzt waren, stieg die Lernleistung im Unterricht um 35 Prozent an. Die Fehlerhäufigkeit nahm bei Konzentrationstests um 45 Prozent ab. Die motorische Unruhe sank sogar um 76 Prozent, so Greule. „Selbst, wenn diese Ergebnisse im Schulalltag nur um die Hälfte zuträfen, wäre das schon ein großer Erfolg“, sagt Schulleiter Kelber. In den Genuss des dynamischen Lichts kommen zunächst die fünften Klassen.
„Wir sind erst die zweite Schule in Schleswig-Holstein, die dieses dynamische Licht eingeführt hat“, sagt Kelber stolz. Vorreiter im Land sei die Grundschule Ulzburg gewesen. In Hamburg seien bereits mehrere Schulen damit ausgestattet. Kelber wollte die Sanierung des Altbaus im vorigen Jahr nutzen, dieses etwas teurere Lichtspiel in allen neun Klassen- und Fachräumen einbauen zu lassen. Doch die Stadtvertretung lehnte seinen Antrag ab. Also suchte der Schulleiter nach privaten Geldgebern.
Kelber: „Das dynamische Licht ist sicherlich kein Allheilmittel, um hyperaktive Schüler zu beruhigen oder um ihre Schulnoten zu verbessern. Das ist immer noch die wesentliche Aufgabe eines jeden Lehrers. Aber wir schaffen damit sehr gute Arbeitsbedingungen für unsere Schüler, die zunehmend unter Konzentrationsschwäche leiden.“
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