Beruf mit Zukunft

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Nizam Bakkar hilft Gerd Schmidt beim Laufen Foto: tj

Nizam Bakkar ist kultursensible Pflegerin

Norderstedt In den nächsten Jahren wird der Anteil der Klienten in Alten- und Pflegeheimen mit Migrationshintergrund stark zunehmen. Etwa 363.000
Migranten, die über 60 Jahre alt sind, leben aktuell in Schleswig-Holstein. Da die Mitarbeiter der Altenhilfe in ihrem Arbeitsalltag bislang kaum Berührungspunkte mit fremden Kulturen hatten und ihnen das notwendige Hintergrundwissen für eine kultursensible Pflege fehlt, steht das deutsche Pflegesystem vor einer großen Herausforderung. „Wir bilden deshalb in Kooperation mit der Volkshochschule Norderstedt Fachkräfte in der kultursensiblen Pflege aus“, sagt Dennis Mannke, Ausbildungsleiter bei den Maltesern. Bei diesem Lehrgang lernen die Absolventen, die bevorzugt selbst Migranten sein sollen, worauf sie beispielsweise bei der Pflege eines Klienten muslimischen oder jüdischen Glaubens achten müssen. Nizam Bakkar hat diese Ausbildung bereits erfolgreich bestanden. Die 35 Jahre alte Frau, geboren im Libanon, lebt seit acht Jahren in Deutschland und hat nach eine Praktikum eine Ausbildung als Pflegehelferin in der kultursensiblen Pflege begonnen.
Liebevoll hilft Nizam Bakkar Gerd Schmidt beim Aufstehen. Der 74 Jahre alte Mann wird von der Pflegerin gestützt während sie ein paar Schritte den Flur entlang gehen. „Sie ist eine Bereicherung für unser Team“, schwärmt Heimleiterin Heike Langfeldt. „,Nizam geht mit so viel Herzblut an die Pflege der ihr Anvertrauten und ist sehr liebevoll.“
Die Libanesin ist eigentliche Lehrerin, hat in ihrer Heimat jedoch mit anderen Familienmitgliedern ihre Großmutter gepflegt. „ Für mich ist es wichtig, dass der Mensch, egal welchem Kulturkreis er angehört, respektvoll behandelt wird. Und so ganz verschieden ist die Pflege von Libanesen und Deutschen nun doch nicht“, ergänzt sie. Ein weiterer Aspekt ist für die Libanesin genauso wichtig: „Als ich das erste Mal hier in Norderstedt mein erstes Gehalt bekommen habe, fühlte ich mich wie eine andere Person.“ Für die Migrantin war das Gefühl einen Beitrag für die Gesellschaft in der sie lebt zu leisten, sehr wertvoll. (tj)

Alle, die auch Lust bekommen haben, mehr über diese zukunftsweisenden Beruf zu erfahren, können sich bei Gabriele Schröder unter 040/20940825 melden. Der nächste Kursus in Kultursensibler Pflege startet am 20. April. Teilnehmer müssen vorher ein Praktikum absolvieren.
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