Bestnote für Schulhund

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Die Schüler der Willy-Brandt-Schule mit Dean und Klassen-lehrerin Angelika Nielsen. Der Hund kommt sechs bis acht Stunden in der Woche mit in die Klasse Foto Nowatzky

Willy-Brandt-Schüler freuen sich über Besuche von „Dean“

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Dean hebt kurz den Kopf, schnüffelt an der Hand, die ihn im Vorübergehen streichelt. Dann legt sich der zweijährige Labrador wieder hin und streckt gemütlich die Pfoten von sich. Stine am Schülerpult wendet sich wieder ihrem Arbeitsblatt zu und konzentriert sich auf die sieben Kontinente.
Die Fünftklässlerin der Willy-Brandt-Schule hat gemeinsam mit ihren Klassenkameraden das Experiment Schulhund gewagt. „Als wir abgefragt haben, welche neuen Fünftklässler in die erste „Hundeklasse“ kommen möchte, haben über 80 Prozent der Eltern ihre Kinder dafür angemeldet“, erzählt Angelika Nielsen. Die 60-jährige ist seit 35 Jahren Lehrerin und selber Mutter zweier Kinder. Die Idee mit dem Schulhund kam ihr, als im vergangenen Schuljahr ihr Hundesitter ausfiel und sie Dean mit in eine zehnte Klasse nahm. „Plötzlich war so eine friedvolle, Atmosphäre“, erinnert sie sich.
Aus der Notlösung wurde eine Idee und Angela Nielsen begann nach Informationen zu suchen. Sie stellte schnell fest, Schulhunde gibt es schon, allerdings kaum im nördlichsten Bundesland. „Hier sind nur vier Schulhunde“, erzählt sie. „Vor allem für Jungs in der Pubertät ist der Hund eine starke Unterstützung“, so die engagierte Lehrerin.
Aufräumen für „Dean“
Bis Dean, der gerade seine Begleithundeprüfung bestanden hat, regelmäßig die Schule besuchen durfte, dauerte es allerdings noch. Schulträger, Schulleitung, Schüler- und Elternvertreter mussten gefragt, ein Weg gefunden werden, dass Allergiker an der Schule nicht beeinträchtigt werden.
Der Raum der Klasse 5a ist direkt am Notausgang, so kann Angelika Nielsen mit Dean auf direktem Weg in die Klasse kommen. Hinter dem Lehrerpult liegen Decke, Trinknapf und ein Spielzeug bereit, dafür sorgt der wöchentlich wechselnde „Hundedienst“.
Diese Woche ist Liam dran. „Trinknapf füllen, den Fußboden kontrollieren, und gucken, ob alle Ranzen zu sind“, zählt er auf. Nur dann kann Dean kommen. „Mittwoch war doof“, erzählt Hanne, „da durfte Dean nicht kommen, weil alles `rum lag.“ Erst nach kurzer Aufräumaktion kam das Klassenmitglied auf vier Pfoten und drehte wie immer erst mal seine Runde. Heute ist alles blitzblank. „Es ist noch besser als ich dachte“, begeistert sich Janne. Sie mag Tiere, hatte aber befürchtet, der Hund würde mehr herumlaufen. Auch Josie, die sich gerne besser mit Hunden auskennen möchte, freut sich über Dean: „Es ist viel leiser als in der Grundschule.“
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