Bildungskampagne „REdUSE“ in Norderstedt

Anzeige
Kristin Ploch will noch mehr für die Umwelt tun. Die ehemalige Schülerin greift möglichst nur zu Mehrwegverpackungen – auch bei Shampoo Foto: Nowatzky

Ins Bewusstsein bringen: Rohstoffe besser schonen

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Alle zwei Minuten fällt weltweit eine Fußballfeld große Fläche Regenwald der Kettensäge zum Opfer – diese Zahl hat Faye ziemlich erschreckt. Die 14-Jährige kommt gerade aus der Aula des Lise-Meitner-Gymnasiums. Dort war „REdUSE“ zu Gast. Die Bildungskampagne zum Umgang mit den Ressourcen der Erde will in rund drei Jahren bundesweit über 500.000 Schüler mit ihrer von der Unesco zertifizierten Multivision erreichen. In Norderstedt meldete sich von weiterführenden Schulen bisher nur das Lise-Meitner-Gymnasium an. Thomas Kohl ist Biologielehrer und Umweltbeauftragter der Schule. Er hat die Veranstaltung für die achten bis 13. Klassen nach Glashütte geholt. „In unserem Bioladen gibt es jede Pause Schulmaterial mit dem blauen Engel, Nachhaltigkeit ist bei uns seit vielen Jahren ein Thema“, sagt der Pädagoge. Schwerpunkt der Multivision ist der Umgang mit Rohstoffen: Weniger, Wiederverwerten und Wiederverarbeiten sind die Schlagworte, die Moderator Jonas Laß schon in der kurzen Einführung ins Spiel bringt. 250 Schüler sitzen an diesem Tag in seinen beiden Vorträgen. Er will sie nicht nur neugierig machen, sondern auch ihr Bewusstsein schärfen: „Der Konsument hat Macht“. In der ersten Runde gelingt ihm das schnell: Ein Viertel der gut 100 Schüler stehen im Raum, als Laß sagt: „Seht Euch mal um. Ihr seid die Reichen der Welt. Was passiert, wenn die drei Viertel um Euch herum sich wehren, dass ihr 75 Prozent der Ressourcen verbraucht und für sie nur ein Viertel bleibt?“ Auch Faye und ihre Freundin Lilian sind beeindruckt. „Ich verzichte schon jetzt beim Shoppen auf Plastikbeutel und möglichst auch auf Plastikflaschen“, sagt die 14-jährige Lilian. Der Film des Hamburger Vereins für Jugend und Erwachsenenbildung zeigt den heutigen Umgang mit nachwachsenden und nicht nachwachsenden Ressourcen, ein junges Mädchen führt mit Fragen durch die Themen. „Was kann ich selbst tun?“ steht immer wieder hinter den Informationen. Besonders der Verbrauch von Aluminium interessiert die Schüler. Denn die in Tablets, Smartphones oder PCs verbauten Ressourcen kommen oft nicht in den Kreislauf zurück. Die Klasse von Chemielehrerin Michaela Birkemeyer hat sich extra auf Reduse vorbereitet, hat Jonas Laß vorher Fragen zum recyclen, upcyclen und reduse geschickt. „Meine Schüler wollten mehr zu Recycling wissen. Vor allem rund um die Metalle: Wie wird es gewonnen, hergestellt und wann ist es verbraucht“, erzählt sie. „Norderstedt ist, was recycling angeht, ziemlich fit“, meint sie und nennt das Repaircafé oder die Bücher-Tausch-Börse als Beispiel. Kristin Ploch geht das alles nicht weit genug. Sie ist extra für den Vortrag zurück an ihre Schule gekommen. Die 20-jährige hat 2015 Abitur gemacht, hat als Fünftklässlerin schon einen Bioladen mitgegründet. Sie verzichtet auf Plastikflaschen, fährt Rad oder mit Öffentlichen und nutzt wiederverwertbare Verpackungen. Mit ihrem ehemaligen Lehrer Thomas Kohl ist sie einig: „Der Film hatte eine positive Sichtweise: Jeder kann etwas tun, wir als Verbraucher haben die Macht, etwas zu ändern.“

Weitere Infos: Bildungskampagne Reduse und Reduse
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige