Bücherei als Treffpunkt

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Stadträtin Anette Reinders vor dem Büchereigebäude in Garstedt. Hier soll laut ihrem neuen Gesamt-konzept ein Kommunikationszentrum mit VHS-Standort und Bücherei als sozialer Treffpunkt entstehen

Neubau in Garstedt geplant. CDU regt Wohnungsbau an

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Wie die Bücherei Garstedt in Zukunft aussehen soll, davon hat Stadträtin Anette Reinders konkrete Vorstellungen. „Wir wollen hier einen neuen sozialen Treffpunkt errichten“, sagt sie.
Nachdem die ehemalige Schule Dunantstraße und die Süderweiterung des Herold Centers als mögliche neue Standorte verworfen wurden, will die Stadt am jetzigen Standort einen Neubau errichten, ein Kommunikationszentrum soll entstehen. Außer der Bücherei, die zu den Bildungswerken gehört, könnten auch noch sozial geförderte Wohnungen entstehen. Ein entsprechender Antrag der CDU wird in die Gesamtplanung eingehen.
Kompetente Beratung hat sich die Stadt dazu aus Süddeutschland geholt. Professor Dr. Richard Stang von der Hochschule der Medien Stuttgart hat in Norderstedt bereits Konzepte zur modernen Gestaltung von gemeinsamen Standorten von Volkshochschule (VHS) und Bibliotheken präsentiert. Als Experte für Erwachsenenbildung und moderne Bibliotheksstrukturen hat er mehrere Städte bundesweit beraten, zum Beispiel bei der Gestaltung des „Südpunkt“ in Nürnberg mit einer Kombination aus VHS, Bibliothek und Kulturamt. Zurzeit plant Prof. Stang in Trier ein großes Beratungszentrum in die Bibliothek hinein.
Er sagt: „Die Bedeutung von Büchereien nimmt zu. Die Ausleihzahlen sind immer noch hoch.“ Künftig würden aber mehr Orte der Begegnung benötigt. „Wir wissen, es gibt schon heute viele Menschen, die täglich zum Lesen in die Bücherei kommen“, hat Stadträtin Reinders festgestellt. Eine Kombination von VHS und Bücherei, wie in Norderstedt angedacht, passt nach Meinung des Experten in die moderne Art zu lernen.
„Menschen lernen in Kursen, aber auch individuell. Eine Kombination öffnet für die Nutzer von Volkshochschule und Bücherei neue Wege“, erklärt der Professor. Kleine Büchereistandorte in den Stadtteilen gehörten dabei mit ins Gesamtkonzept „lernende, bildende Stadt“, um vor allem älteren Nutzern kurze Wege zu erhalten. Für einen Neubau sieht Stang den Platz in Garstedt ideal. „Mit einem offenen, transparenten Eingang erreicht man an so einem Standort viel mehr Menschen. Auch aus bildungsfernen Schichten“, so Stang.
Etwa ein halbes Jahr, rechnet Anette Reinders, wird es brauchen, bis die Gesamtkonzeption steht. Dabei sollen auch die Bürger vor Ort mit eingebunden werden, um aus der jetzigen Bücherei einen Treffpunkt für Jung und Alt zu machen.

Hintergrund:
Norderstedts Büchereien haben insgesamt 15.259 aktive Nutzer, allein in Garstedt nutzen 5243 Menschen die Ausleihmöglichkeit. Dazu kommen noch Leser vor Ort, die ohne Ausleihe direkt in den Büchereien Zeitschriften, Zeitungen oder Bücher lesen. Norderstedt hat vier Büchereistandorte. Neben Garstedt gibt es die Bücherei Norderstedt Mitte im Rathaus, die Bücherei Glashütte am Glashütter Markt und die Bücherei Friedrichsgabe in der Pestalozzistraße. (now)
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