Büffeln an der Wirtschaftsakademie für den Abschluss

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Sabine Tilgner leitet die Wirtschaftsakademie in Norderstedt Foto: Nowatzky

Künftige Industriemeister drücken die Schulbank in Norderstedt

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Eine kurze Verschnaufpause gönnen sich Jan Witten und Fynn Marco Czypulowski, dann geht es wieder zurück auf die Schulbank. Der 31-jährige und sein 22-jähriger Kollege büffeln seit Herbst für ihre Zukunft: Der Abschluss als Industriemeister ist ihr Ziel. Die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein (WAK) bietet regelmäßig berufsbegleitende Kurse an. 1100 Unterrichtsstunden absolvieren die Teilnehmer über zweieinhalb Jahre. Fast jeden Sonnabend und zwei volle Wochen im Jahre wird an der Heidbergstraße gelernt. Start ist immer im Herbst, das erste Jahr lernen alle zukünftigen Industrie- und Logistikmeister gemeinsam, danach trennen sich die einzelnen Berufe. Witten und Czypulowski sind gerade in ihrer ersten Lernwoche. Während der 22-jährige Czypulowski erst kürzlich die Ausbildung zum Industriemechaniker Maschinen und Anlagenbau beendete, ist es bei Witten schon ein paar Jahre her. „Ich musste erst wieder lernen zu lernen“, meint er. „Den Meister bekommt man definitiv nicht umsonst.“ Zweimal in der Woche büffelt er zurzeit, nicht immer einfach mit Familie. Denn Zeit für die kleine Tochter und auch fürs Hobby Fußball soll noch sein: „Das brauche ich als Ausgleich.“ Fynn Marco Czypulowski sagt: „Meister werden ist ein großer Schritt. Da heißt es auch mal Zähne zusammenbeißen und durch.“ Rund 6.500 Euro kostet der Vorbereitungskurs inklusive Ausbildereignungsschein, dazu kommen knapp 900 Euro für die Prüfungen bei der IHK. Sabine Tilgner ist Standortleiterin der WAK in Norderstedt. Die Akademie ist der größte Bildungsträger für berufliche Bildung in Schleswig-Holstein. Tilgner weiß: „Wer sich erst einmal entschließt, zieht die Ausbildung auch durch.“ Deshalb informiert die WAK auch vorher über die Kurse, über das Arbeitspensum und über mögliche Kostenübernahmen.
Denn viele Arbeitgeber beteiligen sich, zusätzlich gibt es das Meister-Bafög und Darlehen der Investitionsbank. Allerdings sollten zukünftige Meister frühzeitig nach Förderungen fragen. Manchmal dauert es etwas, bis die Kosten übernommen werden. Für den nächsten Kurs mit Start am 10. September informiert die Wirtschaftsakademie in Norderstedt am 24. Februar. „Früh beraten lassen, mit dem Arbeitgeber sprechen und Förderungen beantragen“, empfiehlt Tilgner.

Weitere gibt es Informationen unter Telefon 040/5250006. Weitere Infos: Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein
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