Bündnis gegen Rassismus

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Wolfgang Blankschein (vorne, 3.v.l.) und Mitstreiter, die zur Auftaktveranstaltung gekommen waren Foto: now

Norderstedter initiiert Aktion „Eine Stadt für alle“. Kundgebung am 16. März

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Gerade hat die Landesregierung vermeldet, dass Norderstedt in diesem Jahr 600 statt wie zunächst angenommen 300 Asylsuchende unterbringen muss.

„Das Willkommen der Asylbewerber wird von der Zivilgesellschaft entschieden.“
Wolfgang Blankschein


Für eine Stadt wie Norderstedt mit fast 80.000 Einwohnern ist das prozentual nicht viel, aber dennoch eine Herausforderung. Neben der Unterbringung muss auch die Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft vorangebracht werden. Das erfordert vor allem privates Engagement, wie das der Mitglieder im Verein „Willkommen-Team Norderstedt“. „Das Willkommen der Asylbewerber wird von der Zivilgesellschaft entschieden“, meint auch Gymnasiallehrer Wolfgang Blankschein. Er startete den Aufruf „Eine Stadt für alle - Norderstedt ist weltoffen“.
Der gebürtige Lübecker unterrichtet schon seit mehreren Jahren Deutsch als Zweitsprache (DAZ). In dem Unterricht erwerben viele Flüchtlingskinder erste Kenntnisse der deutschen Sprache. In vielen Klassen und Kursen begegnet er als Deutsch- und Philosophielehrer Kindern und Jugendlichen mit Eltern oder Großeltern „aus aller Welt“, wie er sagt.
Und gerade die Philosophie-Kurse, die er am Coppernicus-Gymnasium gibt, bringen ihn immer wieder in die Situation, Atheisten und zum Teil strenggläubige Muslime gemeinsam zu unterrichten. Eine spannende Aufgabe, wie der 62-Jährige findet. Jetzt will er mehr Menschen zu Toleranz animieren und gegen Ausländerfeindlichkeit aufrufen: Mit einer Kundgebung auf dem Rathausmarkt.
Außerdem will Blankschein ein Netzwerk aufbauen, dass die Hilfsbereitschaft der Norderstedter für Flüchtlinge weiter stärkt.
Mit der von ihm gestarteten Resolution wenden sich bereits mehrere Norderstedter Parteien, das Willkommen-Team, Vereine und auch Privatpersonen gegen Rassismus. Die Aktiven wollen diffuse Ängsten vor einer angeblichen Überfremdung in unserem Land ausräumen. Nach nur zwei offenen Treffen hat Blankschein bereits viele Norderstedter überzeugt, mitzumachen und ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit zu setzen. Besonders freut den engagierten Lehrer, dass auch viele Mitglieder beim TuRa Harksheide, dem Verein, der mit über 4.000 Mitgliedern einer der größten Sportclubs Schleswig-Holsteins ist, sich zur Unterzeichnung entschlossen haben.
Die Mitstreiter bei der Aktion „Eine Stadt für Alle“ wollen sich am Montag, 16. März, 18 Uhr, zur Kundgebung gegen Rassismus auf dem Rathausmarkt treffen.
An diesem Tag beginnen die Internationalen Wochen gegen Rassismus und Blankschein will mit seinem Aufruf auch in Norderstedt ein deutliches Zeichen setzen.
„Ich hoffe auf knapp 1.000 Teilnehmer“, sagt der Organisator. Zudem wird Bürgermeister Hans-Joachim Grote eine Rede halten.
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