Christa Heise-Batt wird 80 Jahre alt

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Die Silberkette, bestehend aus den zwei einzelnen Freundschaftsketten, trägt Christa Heise-Batt immer, wenn sie ihre Geschichte „Hanna“ vorträgt Foto: now

„Angst vor fremden Kulturen kann ich nicht nachvollziehen“, sagt die Kulturpreisträgerin der Stadt Norderstedt

Norderstedt Nicaragua, 23. Dezember 1972 – eine letzte Passagiermaschine verlässt Managua, bevor ein verheerendes Erdbeben die mittelamerikanische Hauptstadt nahezu auslöscht. In der Maschine: Christa Heise-Batt, junge Hamburger Exportkauffrau auf ihrer Mittel- und Südamerika-Tour. „Ich wollte immer in die weite Welt und ich hatte nie Angst. Aber ein Gespür für Gefahr“, verrät sie. Christa Heise-Batt, Kulturpreisträgerin der Stadt Norderstedt, wird am 25. Januar 80 Jahre alt. Mit einem großen Empfang mit geladenen Gästen ehrt Bürgermeister Hans-Joachim Grote am Wochenende die Frau, die 1997 den ersten von bisher sechs Kulturpreisen entgegen nahm.

Nordfriesin lebt in Norderstedt

Als Schriftstellerin und plattdeutsche Schauspielerin machte sich die geborene Nordfriesin einen Namen, der weit über die vor 36 Jahren gewählte Heimat Norderstedt hinaus geht. Wenn am Wochenende im Rathaus ihr Ehrentag gefeiert wird, werden neben der Norderstedter Kulturszene und Politikern auch zahlreiche Weggefährten mit ihr feiern. Schon seit vielen Jahren gehört Heise-Batt quasi zur Ohnsorg-Familie, liest regelmäßig hier aus ihren Büchern, zum nächsten Mal am 12. März. Auch vielen Radiohörern ist sie mit Auftritten unter anderem auf NDR 90,3 bekannt. Ihre Geschichten berühren die Menschen, denn in jeder einzelnen geht es immer um besondere Menschen, die die vielseitig interessierte Frau beeindruckt haben. Dabei ist Christa Heise-Batt selbst ein Mensch, der beeindruckt. 1962 reiste sie zuerst um die Welt, um als eine der ersten Frauen in der Männerdomäne Exporthandel zu bestehen. Schon als junges Mädchen wurde ihr die kleine Welt des 300-Seelen Dorfes Wohlde in Nordfriedland zu eng, es zog sie auf die Schule nach Husum und später nach Bad Segeberg. „Wat ick will, dat will ick“, kommentiert sie heute ihren von ihr beschriebenen „Dithmarscher Dickkopf“, der wohl in der Familie läge. Seefahrer waren ihre Vorfahren und Fernweh hatte die kleine Christa immer. Während ihrer Lehre als Exportkauffrau studierte sie Sprachen und setzte sich während ihrer Reisen nach Süd- und Mittelamerika gegen die Männerkonkurrenz durch. Ihre Augen leuchten vor Begeisterung, wenn sie von Abenteuern und anderen Kulturen spricht. Dass sie dabei in die eine oder andere brenzlige Situation geriet, prägte die energiegeladene Frau: Nach einer Operation in Südamerika sprach sie zum ersten Mal wieder Plattdeutsch, die lange unterdrückte Sprache ihrer Kindheit. Das Plattdeutsche lies sie nicht mehr los.

Fünf Bücher veröffentlicht

Seitdem hat Christa Heise-Batt fünf Bücher veröffentlicht. Eine ihrer Lieblingsgeschichten, „Hannah“, erzählt von einer jüdischen Goldschmiedin, die als Kind den Holocaust überlebte. Wenn die niederdeutsche Autorin diese Geschichte liest, trägt sie immer eine handgeschmiedete Silberkette – geschmiedet von Hannah in Südamerika für sich selbst und die junge Christa aus Deutschland. Eine andere handelt von der jungen Chinesin Lina, die mit ihrem Starrsinn die Familie ihres deutschen Mannes von sich überzeugt – Geschichten, die von Toleranz zeugen. Denn die hat die heute 80-Jährige in ihrem Leben gelernt. Deshalb sagt sie: „Angst vor fremden Kulturen kann ich nicht nachvollziehen – das liegt sicher an meinem Lebensweg“. (now)
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