Debatte um Sozialbauten

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Miro Berbig (Linke) vor Sozialwohnungen an der Heidbergstraße. Er wünscht sich mehr solcher Projekte Foto: blu

Linke fordern generelle Quote. SPD und CDU setzen auf Mehrfamilienhäuser

Von Claudia Blume

Bezahlbarer Wohnraum ist in Norderstedt knapp – und die Situation wird sich noch verschärfen. So sieht es die Fraktion Die Linke und brachte vergangene Woche einen Antrag in die Stadtvertretung ein: Künftig soll in jedem Bebauungsplan verbindlich festgeschrieben werden, auf einem Drittel der gesamten Wohnungsbaufläche Sozialwohnungen zu erstellen. Doch der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Unverständlich für Fraktionschef Miro Berbig. Für ihn ist „Wohnen kein Luxus, sondern ein Menschenrecht.“ Bisherige Vereinbarungen der Politik sehen lediglich eine 30-prozentige Soll-Regelung für geförderten Wohnungsbau vor – doch gilt die ausschließlich für Geschoss-Wohnungen.

„Bis 2020 werden in Norderstedt jedoch 4.000 bis 6.000 kleinere Wohnungen fehlen“, sagt Berbig, „in den kommenden Jahren fallen zudem Hunderte Sozialwohnungen aus der Mietpreisbindung.“ Von rund 3.000 in den 90er-Jahren gibt es nur noch 1.761 geförderte Wohneinheiten.
„Viele Menschen wie Krankenschwestern und Handwerker mit geringen Einkommen werden sich nicht mehr leisten können, in der Stadt zu leben und im Hinblick auf die drohende Altersarmut gilt das auch für viele Senioren.“
Das sieht Arne-Michael Berg, planpolitischer Sprecher der CDU anders: „Wir haben in Norderstedt generell einen großen Bedarf an Wohnraum. Hinzu kommt, dass viele geförderte Wohnungen fehlbelegt sind. Einige Mieter sind wirtschaftlich durchaus in der Lage auch Eigentum zu finanzieren.“ Der derzeitige Beschluss einer Sozialquote im Geschosswohnungsbau sei ein ausreichendes Instrument.
Dem pflichtet auch die SPD bei, „jedoch sehen wir die Notwendigkeit, künftig verstärkt auf Mehrfamilienhäuser als auf Einzel- und Reihenhausbebauung zu setzen“, so Katrin Fedrowitz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, die aber auch das soziale Engagement der privaten Wohnungswirtschaft lobt.

CDU-Fraktion will Stiftung gründen


So sind in Neubaugebieten beispielsweise im Garstedter Dreieck, in der Aspelohe sowie im Mühlenweg/Harkesheyde Sozialwohnungen eingeplant. Auch wenn derzeit die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft – wie von den Linken favorisiert – aus Kostengründen nicht zur Debatte steht, gibt es in der CDU Überlegungen für ein Stiftungsmodell. Dabei fungiert die Stadt jedoch nicht als Bauträger, sondern beteiligt sich lediglich an der finanziellen Absicherung von Bauprojekten.
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