Diese Eiche hat Charakter

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Waltraut und Hartmut Panke sind froh, dass die Eiche vor ihrem Haus an der Heidbergstraße steht Foto: blu

Wie Familie Panke erfolgreich gegen das Fällen „ihres“ Baumes kämpfte

Von Claudia Blume
Norderstedt. Hartmut Panke ist sie seit Kindertagen vertraut. Wenn er aus dem Fenster sieht, blickt er auf seine Lieblingseiche. Einst Kletterbaum, dann Schattenspender und Vogelparadies. Sein Vater Bruno hatte sie Mitte der 40er-Jahre auf die Grundstücksgrenze des Familienheims an der Heidbergstraße gepflanzt. Dem Steckling gefiel es dort gut, er gedieh prächtig.
Heute, 70 Jahre später, steht dort ein stattlicher Baum mit einem Stammumfang von über sechs Metern und einer riesigen Krone in 30 Metern Höhe. Doch von einem Tag auf den anderen sollte er plötzlich weg.
„Eines Morgens standen Leute vom Betriebsamt Norderstedt vor unserer Tür und sagten, dass sie unsere Eiche morgen fällen würden“, empört sich Hartmut Panke noch im Nachhinein. Während routinemäßiger Kontrollen von Straßenbäumen war den städtischen Baumexperten aufgefallen, dass die Eiche erhebliche Schäden aufweist. Tiefe Risse durchziehen den Stamm, schwarze Verfärbungen deuten auf eine nicht intakte Wasserversorgung hin. Die Standsicherheit war nicht mehr gewährleistet, große Äste drohten auf die Straße zu fallen und Passanten zu treffen, so das Urteil der Fachleute.
Hartmut Panke sah das ganz anders und kämpfte um den imposanten Grenzbaum und bekam Recht: Nach eingehender Betrachtung „hat dieser mächtige Baum einen ortsbildprägenden und somit schützenswerten Charakter“, erkannte Baumexperte Christoph Lorenzen und engagierte kurzfristig eine Fachfirma für Baumpflege. Zähneknirschend musste Panke mitansehen, wie seine Eiche deutlich gestutzt, aber damit auch gerettet wurde. Um dem Stamm Druckentlastung zu geben, erhielt er diverse Bolzen, in der ausladenden Krone wurden Spanngurte gezogen, um ihr Halt zu geben.„Wir haben uns entschieden, die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen zu übernehmen“, sagt Lorenzen, „Es lohnt sich, den Baum zu erhalten“.
Hartmut Panke ist froh, dass die Eiche gerettet wurde: „Ich hätte mir gar nicht vorstellen wollen, wie es ohne sie gewesen wäre.“
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