Ein Haus als Chance

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Eine Planzeichnung zeigt, wie das Haus für Kinder in Not aussehen wird Grafik: Iuvo gGmbH

An der Lawaetzstraße sollen Kinder Zuflucht finden können

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. 340 Quadratmeter groß wird die „Norderstedter Chance“. Dabei handelt es sich um einen Fluchtort für Kinder und Jugendliche von zehn bis
17 Jahren, die familiäre Probleme haben. Investiert werden 1,5 Millionen Euro. Der Bau soll im Spätsommer fertig sein. Träger des geplanten Hauses in der Lawaetzstraße sind die Iuvo gGmbH, die Wiegmann-Stiftung und das Haus-St. Josef. Alle drei Institutionen haben Erfahrungen in den Bereichen der ambulanten und stationären Betreuung und alle sind in Norderstedt in der Jugendarbeit aktiv.
„Manchmal können Eltern für eine bestimmte Zeit ihren Erziehungsauftrag nicht erfüllen, dann brauchen wir einen Platz für diese Kinder“, erklärt Jugendamtsleiter Klaus Struckmann. Er und seine Mitarbeiter freuen sich, dass das Projekt endlich realisiert werden kann. Bisher mussten betroffene Kinder in Rendsburg, Bad Oldesloe oder Neumünster untergebracht werden. Der Kontakt zu den Eltern, aber auch Schulbesuche waren so nicht einfach und erschwerten die spätere Rückkehr ins Elternhaus. „Wir hoffen, dass die Elternarbeit einfacher wird“, so Struckmann. Denn die Kinder müssen künftig nicht aus ihrem Umfeld gerissen werden. „Das passt unheimlich gut in das neue Sozialraumkonzept“, freut sich der Jugendamtsleiter.
Vor allem die Nähe zur AKN und damit die Möglichkeit, alle Norderstedter Schulen und Freizeiteinrichtungen zu besuchen, veranlasste die Entscheider dazu, das Haus für Kinder in Not auf dem Grundstück im Norden der Stadt zu bauen. Neu ist auch, dass sich drei unterschiedliche Träger zusammenschließen. „Das ist gar nicht ungewöhnlich“, betont Brigitte Wiegmann. Durch die neue Sozialraumorientierung arbeiten die Träger ohnehin enger als bisher zusammen, die Angebote würden sich gut ergänzen. „Über die praktische Zusammenarbeit hatten wir immer schon eine Gemeinsamkeit“, erklärt auch Sven Gebauer, Geschäftsführer der Iovo, die bereits ein baugleiches Haus in Neumünster betreut. „So ein Haus in Norderstedt ist jetzt ein Muss“.
In der „Norderstedter Chance“ im Frederikspark haben bis zu zehn Kinder und Jugendliche Platz. Sie können dort betreut und bei der Rückkehr ins Elternhaus begleitet werden. Krankheit der Eltern oder kurzfristig nicht lösbare Konflikte in der Familie können Gründe für eine sogenannte „Inobhutname“ durch das Jugendamt sein. „Es sind die Nachbarskinder aus Norderstedt, die dann halt mal eine Zeit hier wohnen“, erklärt Struckmann. Und Gebauer ergänzt: „Wir betreuen die Kinder aus der Nachbarschaft, die aus unterschiedlichen Gründen zu Hause eine schwere Phase haben.“
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