Ein Platz für Sternenkinder

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Katrin Lauerwald (M.) und Maren Fuehr (2.v.r.) weihten mit jungen Pfadfindern das Sternenkinderdorf ein

Pfadfinder gestalten Grabstelle in Tangstedt

Von Claudia Blume
Tangstedt. Argon ist ein Sternenkind. So werden Kinder bezeichnet, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben. Der kleine Junge, der im Juni zur Welt kam, war nicht lebensfähig. Seinen Platz hat er nun im neu gestalteten Sternenkinderdorf auf dem Tangstedter Friedhof gefunden. Seine Mutter Lotte Fiedler ist dankbar, dass sie einen Ort für ihre Trauer gefunden hat.
Keine Selbstverständlichkeit, denn für still geborene Kinder mit einem Gewicht unter 500 Gramm besteht in Schleswig-Holstein keine Bestattungspflicht. Dennoch müssen Hebammen und Geburtshelfer seit einem Jahr erfragen, ob Eltern eine Einzelbestattung wünschen. Alternativ bieten die Asklepios Klinik Nord in Hamburg und die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg, in Zusammenarbeit mit dem Garstedter Friedhof in Norderstedt und dem Tangstedter Friedhof, jeweils einmal im Jahr eine Gemeinschaftsbestattung dieser Kinder an. Auch Argon hat seine Ruhe auf dem gut neun Quadratmeter großen Grabfeld gefunden. „Das Sternenkinderdorf gibt es bereits seit sechs Jahren und es ist eine Bereicherung für unseren Friedhof“, findet Maren Fuehr, seit 2010 Friedhofsverwalterin in Tangstedt.

Pfadfinder übernehmen auch die Pflege

Geschmückt mit kleinen Spielzeugautos und Windmühlen, Kerzen und Engelfiguren liegt der besondere Ort des Gedenkens mittendrin im Friedhof. Junge Pfadfinder vom Stamm St. Jakobus Oberalster haben bei der Umgestaltung des Areals kräftig mitangepackt sowie kleine Erinnerungs-Tonhäuser gebastelt, die von Eltern und Geschwistern gestaltet werden können.
„In Zukunft übernehmen wir auch die Pflege“, versichert Diakonin und Gruppenleiterin Katrin Lauerwald. Ein japanischer Fächerahorn und Rasen statt struppiger Bodendecker gestalten den Ort einladend, im Frühjahr werden zudem viele Krokusse ein buntes, fröhliches Bild zaubern. „Alles unterliegt der natürlichen Veränderung durch die Jahreszeiten wie auch die Trauer eine Wandlung erlebt, um die Sternenkinder freizugeben und neue Hoffnung zulassen zu können“, sagt Maren Fuehr. Die Gemeinschaftsbestattung für Sternenkinder aus den beiden kooperierenden Kliniken ist kostenfrei, eine Einzelbeisetzung für Eltern mit Wohnsitz Tangstedt ebenso, auswärtige Eltern zahlen lediglich einen einmaligen Pflegebeitrag von 100 Euro.
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