Eine Frage der Größe

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Für kleine Kinder eine Attraktion: der sieben Meter große Weihnachtsmann im Baumparadies Foto: blu

Die Suche nach dem richtigen Weihnachtsbaum

Von Claudia Blume
Tangstedt
Mit prüfenden Blicken gehen Michael Görsdorf und Stephen durch die grünen Reihen. Ein Baum schöner als der andere. Nach knapp zehn Minuten ist der perfekte Weihnachtsbaum gefunden: zwei Meter groß, mit tiefgrünen Nadeln und buschig gewachsen. „Meine Frau wird begeistert sein“, ist der Duvenstedter sicher. In den meisten Fällen gibt es auf dem Hof der Familie Bolhuis in Tangstedt-Kringel ein Happy End. Wer sucht, findet unter 1200 potenziellen Weihnachtsbäumen bestimmt den richtigen – von 60 Zentimeter Größe bis zu stattlichen 3,50 Meter für Hamburger Altbauwohnungen mit entsprechender Deckenhöhe. Seit 16 Jahren verwandeln Anja Denzin und ihr Mann Mike Bolhuis ab Anfang Dezember eine Wiese am Quebbern in einen ausladenden Weihnachtswald. Stapften die Kunden in den Anfängen noch durch den Matsch, schreiten sie nun komfortabel auf hölzernen Laufstegen die Riegen der Nordmanntannen ab. „Blautannen und Fichten sind nicht mehr gefragt – zu pieksig, zu schnell nadelnd und oft wild gewachsen“, weiß Anja Denzin. Ihre grüne Ware bekommt sie per Lkw aus der Nordheide aus einer großen Tannenbaumschule. Am dritten und vierten Advent kommen erfahrungsgemäß die meisten Kunden; 20 Verkäufer stehen mit Zollstock und Säge bereit. Meistens ist die ganze Familie beim Aussuchen dabei, allerdings hat oft jeder eigene Vorstellungen vom perfekten Weihnachtsbaum. „Für viele Frauen muss jede Nadel sitzen, groß und stattlich muss er sein. Allerdings verschätzen sie sich oft. Bei uns wirkt der Baum meist kleiner als später in den eigenen vier Wänden“, erzählt Anja Denzin, „Männer schätzen die Größe besser ein, geben entweder dem Wunsch der Frau nach und müssen zuhause zur Säge greifen oder es gibt direkt auf unserer Anlage Streit.“ Manche Kunden machen es sich dagegen einfach, bestellen telefonisch und überlassen Familie Bolhuis die Auswahl – „beschwert hat sich bisher keiner.“

Verkauf bis 24. Dezember offen


Noch bis zum 24. Dezember ist der Verkauf geöffnet, inklusive kostenloser Lieferung. Punkt zwölf Uhr steht Gartenbauer Kai Petersson mit seinem Schredder vor dem Tor und häckselt unverkaufte Bäume direkt vor Ort – 200 waren es im vergangenen Jahr. Bis 16 Uhr wird der Holzboden demontiert, der sieben Meter große aufblasbare Weihnachtsmann geschrumpft, alles aufgeräumt. „Dann erst ist Feierabend und Weihnachten kann beginnen“, sagt die Inhaberin pragmatisch und nimmt den bereits geschmückten Baum aus dem Glühweinzelt mit nach Hause – für sie der schönste von allen.
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