Eine Welt voller Freunde

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Für Renate Rasche (l.) und Sybille Warmbold gehören Gäste aus allen Ländern zum Leben Foto: Nowatzky
 
Neu dabei ist Janina Stößer aus Norderstedt Foto: Nowatzky

Verein „Friendship Force“ startet mit neuen Gastgebern aus Norderstedt

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt
Boßeln, eine Fahrradtour durch die fünftgrößte Stadt Schleswig-Holsteins, oder einfach Kaffeetrinken bei Freunden: Wenn der Verein „friendship force Norderstedt“ Menschen aus aller Welt einlädt, stehen nicht die großen Sehenswürdigkeiten im Vordergrund. „Faces, no Places, das ist unser Motto“, erklärt Renate Rasche, zweite Vorsitzende und bisher sieben Mal Gastgeber für Freunde aus verschiedenen Ländern.
Wer mit friendship force reist, will keine Bustour machen, nicht mit der Kamera um den Hals von einer Sehenswürdigkeit zur anderen gefahren werden. „Ich will nicht nur durch das Schaufenster sehen“, erklärt Rasche den besonderen Reiz. Statt mit den Augen des Fremdenführers sehen die friendship force-Gruppen die Welt mit den Augen der Gastgeber. Dabei kann es auch einmal besondere Überraschungen geben, wie die heute 67-Jährige bei ihrem Aufenthalt in Japan erlebte. Während sie zum ersten Mal auf einer Reismatte – dem traditionellen Tatami – nächtigte, besuchte ihr Mann gemeinsam mit dem Gastgeber ein Geisha-Haus. „Das sind in erster Linie Gesellschaftsdamen – aber die Gastgeber fürchteten, ich hätte etwas dagegen. Deswegen erfuhr ich es erst später von meinem Mann, der mir eilig versicherte, da sei nichts passiert“, schmunzelt die Marketingfachfrau heute.

100 Freunde weltweit


Sybille Warmbold ist seit 13 Jahren bei dem Norderstedter Verein. Die heutige Vorsitzende war selbst einige Jahre in Australien, beherbergte Austauschschüler aus vielen Ländern während der Schulzeit ihrer Kinder. „Ich hab mal gerechnet: Alle hintereinander hätten wir viereinhalb Jahre ununterbrochen Besuch gehabt“, erzählt die 65-Jährige. „Freunde fragen bei Anrufen schon immer: Und? Wer wohnt bei Euch?“ Als sie damals vom bevorstehenden Besuch einer australischen Gruppe bei friendship force hörte, war für sie klar: „Da möchte ich unbedingt Gastgeber sein.“
Inzwischen haben sie sich über 40 Mal beteiligt- haben 16 Mal selber die Koffer gepackt und 25 Mal Gäste bei sich aufgenommen. Über 100 Menschen weltweit sind so zu ihren Freunden geworden, aus vielen Besuchen sind enge Kontakte entstanden.

Gastgeber gesucht


Für die nächsten Austausche in Norderstedt suchte der Verein neue Gastgeber, neue „Hosts“. Von den 85 Mitgliedern sind einige dabei, die keine Gäste mehr bei sich unterbringen können, aber gerne als Tageshost mit einspringen. Deshalb haben sich Renate Rasche und Sybille Warmbold etwas überlegt: Wenn Gäste aus Salisbury (Australien) vom 8. bis 15. Juni nach Norderstedt kommen, werden die neuen Hosts von erfahrenen Paten unterstützt.
Janina Stößer ist eines der neuen Mitglieder. Die 39-Jährige möchte ihrer 10-jährigen Tochter die Idee des 1977 von Jimmy Carter gegründeten weltweiten Freundschaftsprogramms anschaulich machen: „Eine Welt voller Freunde ist eine Welt voller Frieden“. Für eine Woche wird ein älteres Ehepaar aus Australien bei ihnen zu Gast sein, an ihrem Tisch essen und - neben dem offiziellen Programm - eben auch das Familienleben hier in Norderstedt kennenlernen. Gedanken über das weitere Programm hat sie sich noch nicht gemacht. „Das entscheiden wir spontan, wir schauen, was unsere Gäste möchten“, sagt Janina Stößer. Mit dieser Einstellung passt sie zur Norderstedter Gruppe. Dem Besuch soll vor allem eines geboten werden: Nähe zu den Norderstedtern. „Was von den Besuchen hängen bleibt, sind die Begegnungen- nicht die Sehenswürdigkeiten.“

Weitere Infos unter www.friendshipforcenorderstedt.de
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