Engel gibt es immer wieder

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Praktische Hilfe beim Abenteuer Familie: wellcome-Engel Dörte Fengler (li) und wellcome-Koordinatorin Natalie Prosch. Foto: Walitzek

Zehn Jahre „wellcome – für das Abenteuer Familie“

NORDERSTEDT. Als die Kinder von Dörte Fengler klein waren, standen ihr zwei Großelternpaare hilfreich zur Seite. „Jetzt möchte ich von dem großen Glück, das ich damals hatte, etwas an andere Eltern zurückgeben“, erzählt die 55-Jährige. Seit neun Jahren ist sie ehrenamtlich als wellcome-Engel im Einsatz und leistet in Familien praktische Hilfe nach der Geburt. „Das Baby ist da, die Freude ist riesig – und nichts geht mehr.“ Mit diesen Worten bringt die Evangelische Familienbildung Norderstedt die Situation in vielen Familien mit einem Neugeborenen auf den Punkt. Wenn die Mutter nicht mehr zum Schlafen kommt, das Geschwisterkind eifersüchtig reagiert, der Partner beruflich eingespannt ist und die Großeltern weit entfernt leben, können die wellcome-Mitarbeiterinnen zu rettenden Engeln werden. „Zur Zeit betreuen wir viele Zwillingsfamilien“, erläutert Natalie Prosch, die bei der Evangelischen Familienbildung als wellcome-Koordinatorin arbeitet. Derzeit stehen fünfzehn Frauen zwischen 25 und 74 Jahren für den Einsatz als wellcome-Engel zur Verfügung. Über einige Monate besuchen sie ein- bis zweimal pro Woche die Familien. Dort leisten sie praktische Hilfe bei der Kinderbetreuung. Bei einem ersten Kennenlerntermin wird besprochen, was die Familie sich wünscht. Das kann eine Spazierfahrt mit dem Baby sein, während die Mutter sich zuhause ausruht, die Begleitung zum Kinderarzt oder der Besuch einer Spielgruppe mit dem Geschwisterkind. Neben einer einmaligen Vermittlungsgebührt von zehn Euro berechnet die Familienbildung bis zu fünf Euro pro Stunde. Ermäßigungen werden unbürokratisch festgelegt. Das wellcome-Angebot hat in Norderstedt und Umgebung großen Anklang gefunden. So konnten im vergangenen Jahr in 720 Betreuungsstunden 20 Familien mit einem Neugeborenen unterstützt werden. Von den wellcome-Engeln wird keine bestimmte Ausbildung oder Qualifikation gefordert, doch natürlich wird Erfahrung im Umgang mit Kindern vorausgesetzt. Nach einem ersten Gespräch wählt Natalie Prosch für die Familie und ihre Bedürfnisse den wellcome-Engel aus. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man merkt, dass es passt. Dass die Familie entlastet wird und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Freude an der Aufgabe hat“, erzählt die Wellcome-Koordinatorin, selbst sechsfache Mutter. In den vergangenen neun Jahren hat Dörte Fengler 25 Familien als wellcome-Engel begleitet. Neben der Betreuung der Kinder ist ihr auch das Gespräch mit den Müttern sehr wichtig. „Denn wenn es den Müttern nicht gut geht, haben auch die Kinder nichts davon“, weiß sie aus Erfahrung. Das Projekt wellcome ist den Kinderschuhen längst entwachsen und inzwischen stolze zehn Jahre alt. Das ist natürlich Grund zum Feiern: Vom 19. bis 21. April mit einer Ausstellung im Herold Center und am 19. April um 15 Uhr in den Räumen der Evangelischen Familienbildung, Kirchenplatz 1. (wal)
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