Erfolgreiches Modellprojekt in Norderstedt

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Die Schüler Fabienne Kärlin (l.), Kalunga Lukebakio und Pascal Spietczak sind begeistert von den Möglichkeiten, die ihnen die Inklusive berufliche Orientierung am Berufsbildungszentrum Norderstedt bietet Foto: Fuchs

Modellprojekt an der Berufsschule hilft Förderschülern

Norderstedt Ihr Schicksal war jahrzehntelang oft vorgezeichnet: Förderschule und anschließend in die Behindertenwerkstatt. Doch mit dieser beruflichen Einbahnstraße für seine 108 Förderschüler an der Schule am Hasenstieg wollte sich der Norderstedter Schulleiter Sebastian Büscher nicht mehr zufrieden geben. Zu unterschiedlich seien ihre Handicaps, zu gering die Fördermöglichkeiten für ihre Talente und Fähigkeiten. Das müsse sich ändern, dachte er sich. Und so entwickelte das Norderstedter Förderzentrum in Kooperation mit der Berufsschule ein neues Modellprojekt, das jetzt im zweiten Jahr absolut erfolgreich laufe, wie Projektleiterin Petra Abdel Kader bilanziert. Mit dem landesweiten Pilotprojekt, das Inklusive Berufsorientierung (IBO) genannt wird, „profitieren wir, die Kinder und die Gesellschaft gleichermaßen“.
Denn durch die gemeinsame Beschulung von geistig behinderten und nicht behinderten Berufsschülern werde nicht nur die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die Deutschland 2009 ratifiziert hat, umgesetzt, die genau dies fordert. Jetzt hätten die behinderten Schüler plötzlich eine Perspektive, zukünftig ein weitgehend selbstständiges Leben zu führen und ihren Berufsweg selbst zu wählen, erläutert die Förderschullehrerin am BBZ.

Lebenspraktische Lerninhalte


Dies gelinge, indem die behinderten Schüler im Unterricht lebenspraktische Lerninhalte bekämen, wie sie beispielsweise mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren, wie sie sich eine Wohnung und einen Job suchen sollten. Hinzu kommen Möglichkeiten der praxisnahen Berufsausbildung, die das BBZ in seiner Lehrküche, der Kfz- oder Metallwerkstatt bietet. Zudem sind die Schüler aufgefordert, verschiedene Berufspraktika in Ausbildungsbetrieben zu absolvieren, die die Berufsschule ihnen vermitteln könne, erklärt Petra Abdel-Kader. Dieses Zusammenspiel klappt bereits gut wie die elf Schülerinnen in diesem IBO-Projekt berichten. So möchte die 15-jährige Kalunga Lukebakio gerne den Beruf der Altenpflegerin ergreifen, weil sie gemerkt habe, „wie gut ich mit den alten Menschen klarkomme“, sagt sie. Ihre Mitschülerin Fabienne Kärlin, ebenfalls aus Norderstedt, lernt jetzt Hauswirtschafterin und hat ein Praktikum beim SOS-Kinderdorf Harksheide absolviert, „weil ich so gerne mit Kindern zu tun habe“. Und Pascal Spietczak aus Henstedt-Ulzburg hat in einer Autowerkstatt hospitiert und will Kfz-Mechaniker werden. (bf)
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