Fahrräder für Flüchtlinge

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Werkstattleiter Christian Rohde (l.) und Mitarbeiter Jakob Wall beim Aufbereiten eines Fahrrades Foto: tj

Langzeitarbeitslose arbeiten Räder für Bedürftige auf

Quickborn „Es ist zu schön, in den Augen der Menschen diese Freude zu sehen“, sagt Olaf Kriesner. Der 37-Jährige arbeitet im Haus der Diakonie „Die Werkstatt“ an der Kieler Straße 95 gemeinsam mit Langzeitarbeitslosten gebrauchte Fahrräder auf, die dann Flüchtlingen gespendet werden. „Wir sind bei dieser Hilfsaktion natürlich auf Fahrradspenden der Bürger angewiesen. Wir haben derzeit immer noch 15 Personen, die auf ein Rad von uns warten“, erzählt Werkstattsleiter Christian Rohde. Der Sozialwissenschaftler ist Bindeglied zwischen den Gruppen im Haus Roseneck, das sich als soziales Netzwerkhaus versteht und die Werkstatt beherbergt.

„Flüchtlinge, die zu uns kommen, stehen oftmals vor dem Nichts.“ Christian Rohde

„Flüchtlinge, die zu uns kommen, stehen oftmals vor dem Nichts“, sagt Rohde. Etwa 90 Männer, Frauen und Kinder aus Syrien, Afghanistan, Russland oder Tschetschenien leben derzeit in Quickborn. „Sie verstehen unsere Sprache nicht, finden sich nicht im Supermarkt und auf Ämtern zurecht oder haben Schwierigkeiten mit unserer Kultur.“
Mit Fahrradspenden wollen die Mitarbeiter den Betroffenen zumindest in Sachen Mobilität unbürokratisch helfen.

Integration und Hilfe durch soziale Angebote

Doch die Hilfe endet nicht in der Werkstatt. Im Haus Roseneck treffen sich jeden Mittwoch, 11 Uhr, Menschen zum Quickborner Tisch. 60 Personen werden hier mit Lebensmitteln versorgt. Die Bedürftigen haben diese Aktion selbst organisiert. Quickborner Geschäfte unterstützen diese Aktivität. Auch viele Flüchtlinge kommen zum Treffpunkt. „Hier erfahre ich auch, wenn noch jemand ein Fahrrad benötigt“, sagt Christian Rohde. Er stelle immer wieder fest, wie wichtig es sei, dass Menschen aus unserer Mitte anderen helfen dürfen. „So haben zum Beispiel Langzeitarbeitslose, die als Ein-Euro-Kräfte bei uns tätig sind, hier eine neue Aufgabe gefunden. Sie sind wieder Teil der Gesellschaft und fühlen sich gut“, bestätigt Christian Rohde. (tj)

Wer die Werkstatt unterstützen will, kann Fahrräder oder auch Zweiradteile spenden. Weitere Informationen unter Tel.: 04106/7978212
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1 Kommentar
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Christian Rohde aus Quickborn | 18.08.2014 | 13:50  
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