Fast zu schön...

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Zur Erinnerung an den Brand im Jahr 1883 haben Feuerwehrleute die Mühle nachgebaut

...zum Abbrennen: Wie die Tangstedter Wehr feiert

Von Claudia Blume
Tangstedt Verwundert reiben sich Fußgänger und Autofahrer die Augen. Auf einer großen Wiese, gleich hinter dem Ortseingang Tangstedt, steht seit einigen Tagen eine imposante Windmühle. Doch sie erwartet ein schlimmes Schicksal. Das hölzerne Bauwerk wird am kommenden Sonnabend, 28. Juni, Opfer eines verheerenden Brandes. So wie sein historisches Vorbild.
Die legendäre Tangstedter Mühle musste 1883 bis auf die Grundmauern niederbrennen, weil es im Dorf noch keine Feuerwehr gab. Die gründete sich erst 1889. In Erinnerung an den großen Brand haben Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Tangstedt zum 125-jährigen Jubiläum die Mühle eigenhändig nachgebaut. „Trotz modernem Gerät wird sie ein Raub der Flammen, weil wir bewusst den Wasserstrahl daneben halten“, sagt Wehrführer Kai Kattner schmunzelnd.
Die Besucher erwartet zuvor um 13.30 Uhr ein großer Umzug von der Grundschule zum Festplatz Lindenallee mit mann- und fahrzeugstarker Unterstützung vieler weiterer Wehren darunter auch aus Hamburg und Norderstedt. Um 14.30 Uhr werden historische und moderne Löschmethoden vorgestellt.

Hubschrauberrundflüge und abends Party

Schwindelfreie Gäste gehen mit einem Hubschrauber in die Luft. Ab 20 Uhr steigt die R.SH-Party mit Moderator Volker Mittmann im großen Festzelt samt mitternächtlichem Feuerwerk. Nach einem plattdeutschen Gottesdienst klingt das Fest am Sonntag mit einem Frühschoppen und Livemusik aus.
Und immer mit dabei, die 38 Männer und zwei Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Tangstedt. „Der Spaß darf nicht zu kurz kommen“, betont Kattner, „doch
den haben wir ohnehin in unserer engen Kameradschaft. Das zeichnet unseren Zusammenhalt aus. Unsere ehrenamtliche Arbeit ist kein Hobby, sondern Berufung, denn das Einsatzgeschehen nimmt keine Rücksicht auf Feiertage oder Feste.“
Im Dorf haben noch einige das „Feuerwehr-Gen“, das schon Generationen für die Arbeit der Brandschützer begeistert. „Personell sind wir zwar gut aufgestellt, aber tatkräftige Verstärkung können wir immer gebrauchen“, so der Wehrführer. „Leider haben immer weniger Menschen eine feste Bindung an ihren Wohnort, oft bildet er nur einen zeitlichen Zwischenstopp im beruflichen Leben. Das Interesse für ein gesellschaftliches Engagement ist dadurch sehr gering.“
Dennoch hofft der Gruppenführer engagierte Menschen für die wichtige Arbeit gewinnen zu können. Ein enges Zusammenspiel in Notsituationen und die Befriedigung helfen zu können, seien eine ungehörige Motivation.
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