Fegen vorm Rathaus

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Eine mühsame Tätigkeit: Hunderte Kronenkorken muss Michi vom Rathausplatz fegen.Foto: Jaeger
Michi hat Geburtstag, er wird 30 Jahre alt. Der Junggeselle steht mitten auf dem Rathausplatz in Henstedt-Ulzburg. Er hat einen Besen in der Hand und fängt an zu fegen. Hunderte Kronenkorken liegen auf der Erde. Freunde und Bekannte, mit Kind und Kegel angereist, haben sie im Laufe der Zeit angesammelt und schütten sie auf den Platz. Michis Freundin Madita steht daneben und amüsiert sich königlich. „Er hätte mich ja schon längst heiraten können“, sagt sie. Laute Musik heizt die Geburtstagsstimmung an – solange , bis der Rathausplatz sauber leergefegt ist. Erst seit Anfang der 80er Jahre gibt es den Fegebrauch. Er soll auf den Volksglauben zurückgehen, dass junge Männer, die sich bis zum hohen Alter nicht an der Fortpflanzung beteiligt haben, nach ihrem Tod an einen Ort verbannt würden, an dem sie überflüssige Tätigkeiten ausüben müssen. (rj)
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