Fremde werden zu Freunden

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Sara Eldilati und ihre Mutter Hiba wollen Rosa (v.l.) am 5. Oktober ihre libanesische Kultur vorstellen. Die Mädchen machen bei der ersten Weltreise „Switch- in 4 Tagen um die Welt“ in Norderstedt mit Fotos: now

Norderstedter Schüler lernen mit dem Projekt „Switch“ Migrationsfamilien kennen

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt „Es fühlt sich so an, als wäre man Gastgeberin“, sagt die zehnjährige Sara ganz erwachsen und verspricht „Ich versuche, dass es allen Spaß macht.“ Sara will vom 5. bis zum 8. Oktober eine Reise unternehmen, eine kleine Weltreise mitten in Norderstedt.
Erste Station ist dabei ihr eigenes Zuhause, denn jedes der vier Kinder beim Norderstedter Pilotprojekt „Switch – in 4 Tagen um die Welt“ ist einmal Gastgeber und lernt an den anderen Tagen die Kultur einer anderen Nation kennen. In Norderstedt wollen sich vier Mädchen auf die erste Reise begeben.
Außer Sara aus dem Libanon ist noch Rosa aus dem Irak dabei, die beiden anderen Mädchen aus Ägypten und Deutschland kennen die Fünftklässlerinnen noch nicht.

Vorurteile abbauen

Bereits seit 2005 gibt es die Switch Kids der Kulturbrücke Hamburg in der Hansestadt, das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet. Nun gibt es Switch Kids auch in Norderstedt. „Wir wollen Vorurteile abbauen“ erklärt Mitinitiatorin Lida Buchmann. Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote hat die Schirmherrschaft übernommen, das Projekt wird gemeinsam mit der Norderstedter Integrationsbeauftragten Heide Krüger erstmalig im Rahmen der Interkulturellen Woche gestartet und ist für die Teilnehmer kostenlos. Hiba Aldilati hat ihrer Tochter Sara die Teilnahme vorgeschlagen. „Andere Länder sind spannend für Kinder“, findet die gebürtige Libanesin, deren vier Kinder alle in Deutschland geboren sind. Die Familie ist über den Interkulturellen Garten ohnehin aktiv an der Gestaltung des nationenübergreifenden Lebens in Norderstedt beteiligt.

Erfahrungen schildern

Wenn am Sonnabend, 5. Oktober, die vier Mädchen bei Familie Aldilati den ersten Tag ihrer Weltreise verbringen, will sie mit ihnen arabische Spiele spielen, libanesische Lieder singen und natürlich auch libanesisch essen. Von 10 bis 18 Uhr sind die Mädchen jeden Tag in einer der vier Familien, was sie genau erwartet, wissen die Kinder noch nicht. „Das ist eine Überraschung.“ Auch Rosa will nicht verraten, was sie mit ihrer Mutter für den Tag bei sich zu Hause geplant hat. Während der Reise werden die Mädchen ein Tagebuch schreiben, um von ihren Erfahrungen zu berichten, eine Jury vergibt im Januar Preise für das schönste Reisetagebuch.
Und selbstverständlich werden E-Mail-Adressen und Telefonnummern getauscht, denn ein wichtiger Aspekt von Switch sind neue Freundschaften. „Fremde werden Freunde“ ist das Motto, zu dem die Norderstedter Initiative auch ganz kurzfristig noch Kinder einladen möchte. „Wir können auch jetzt noch für die Herbstferien eine zweite Reisegruppe organisieren“, verspricht
Heide Krüger. Weitere Termine für Sommer und Herbst 2014 sind geplant. Anmeldung unter Tel.: 040/ 37 51 73 73.
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