Für mehr Gerechtigkeit in der Welt

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Das Gesicht der Welt verändern: Annette und Franz Maletzke, Gunther Warnecke (re.) im Weltladen in der Rathausallee. Foto: Walitzek

„Eine Welt für Alle in Norderstedt e.V.“

NORDERSTEDT. Schon während seines Studiums fühlte sich Franz Maletzke in der Pflicht, seinen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit in der Welt zu leisten. Mit diesem Anspruch gründete er 1993 den Verein „Eine Welt für Alle in Norderstedt e.V.“. Der Verein fördert Maßnahmen, die die Menschen in den Ländern der sogenannten Dritten Welt wirksam und nachhaltig unterstützen. Grundvoraussetzung hierzu ist der faire Handel.
Für den Vereinsvorsitzenden bringen die Worte des verstorbenen brasilianischen Bischofs Dom Helder-Camara die Sache auf den Punkt: „Wenn die Länder des Überflusses den Entwicklungsländern gerechte Preise für ihre Produkte zahlen würden, könnten sie ihre Unterstützung und ihre Hilfspläne für sich behalten.“ In seinem „Weltladen“ in der Rathausallee verkauft der Verein nur fair gehandelte Produkte. Fast tausend Artikel umfasst das Sortiment. Dazu gehören neben Lebensmitteln auch Bekleidung, Taschen, Schmuck, Deko- und Geschenkartikel und vieles mehr.
Die 25 aktiven Mitglieder des Vereins arbeiten „not for profit“, also ehrenamtlich. „Unser Verein lebt durch eine Idee und durch seine Mitglieder, die diese Idee in eine sicht- und erfahrbare Wirklichkeit umsetzen“, so das erklärte Selbstverständnis. Auf mehr als dreitausend Stunden im Jahr schätzt Franz Maletzke die von allen gemeinsam erbrachte ehrenamtliche Arbeit. Dazu gehören neben dem Betrieb des Weltladens auch der Aufbau eines Netzwerkes und vor allem eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit, die auf die fatalen Auswirkungen des nicht-fairen Handels auf die so genannten Dritte-Welt-Länder aufmerksam macht. Für seine Arbeit wurde der Verein vom Land Schleswig–Holstein erneut als „Bildungspartner für Nachhaltigkeit“ zertifiziert. Die Nordelbische Kirche verlieh dem Verein 2008 den EINE-WELT-Ehrenpreis, die Stadt Norderstedt 2011 die Bürgermedaille. Nicht zuletzt dem unermüdlichen Engagement der Vereinsmitglieder ist es zu danken, dass sich Norderstedt nach einem Beschluss der Stadtvertretung an der Kampagne „Fairtrade-Town“ beteiligen wird.
„Der faire Handel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, freut sich Franz Maletzke, „die Umsätze an fair gehandelten Produkten nehmen bei den großen Handelsgesellschaften jährlich im zweistelligen Bereich zu.“ Von Norderstedt aus hat der Kaffee FAIRflixt goot sozial gerecht und ökologisch seinen Siegeszug angetreten. Vierzehn Tonnen davon liefern die Mitarbeiter des Weltladens jährlich aus. „Wir können mit unserer Arbeit natürlich die Welt nicht verändern“, erklärt Franz Maletzke realistisch, „aber wir können einen Beitrag zur Bewusstseinsänderung leisten.“ Fairflixt goot! (wal)
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