„Für Parkplatz würde ich zahlen“

Anzeige
Symbolfoto: thinkstock

Norderstedt diskutiert die Einführung einer Gebührenpflicht. Erste Reaktionen positiv

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Rainard Zietlow ist froh. Gerade hat er den letzten freien Parkplatz an der Rathausallee ergattert. Doch meist sind alle freien Flächen in Norderstedt Mitte belegt. Nach einem Antrag der Grünen-Fraktion im Stadtentwicklungsausschuss, hat die Verwaltung die Mehrzwecksäle Norderstedt GmbH (MeNo) beauftragt, ein Konzept für die Parkraumbewirtschaftung auszuarbeiten. Vergangene Woche wurde dies präsentiert. 1.000 Stellplätze in vier Tiefgaragen rund ums Rathaus sollen gebührenpflichtig werden, und auf den umliegenden Parkplätzen sowie am Straßenrand sollen Parkscheinautomaten aufgebaut werden.

„Wenn der Preis stimmt, würde ich für einen Parkplatz auch bezahlen.“
Rainard Zietlow


Zwar habe sich die ursprüngliche Befürchtung der Grünen noch nicht bestätigt, dass Pendler aus Hamburg-Langenhorn mit Einführung der Gebührenpflicht in Park+Ride-Anlagen der in der Hansestedt nach Norderstedt ausweichen. Doch immer mehr Bürger aus dem Umland und aus Norderstedt suchen einen Parkplatz im Zentrum und gehen leer aus. „Wenn der Preis stimmt, würde ich für einen Parkplatz auch bezahlen“, sagt Rainard Zietlow.

Auch Baudezernent Thomas Bosse hält Gebühren für Parkplätze nicht grundsätzlich für falsch: „In jeder richtigen Stadt ist Parken nicht umsonst“, sagt er. Eine Gebührenpflicht hänge davon ab, wie attraktiv der Standort sei. „Die Politik muss erst sagen, was sie wo will“, fügt Bosse hinzu. Je nachdem, ob mehr Geld in den Haushalt fließen soll, Fremdparker reduziert oder Menschen zum Umstieg auf andere Verkehrsmittel animiert werden sollen, gebe es verschiedene Ansätze wie zeitlich begrenztes Abstellen des Fahrzeugs mit Parkscheibenpflicht oder kostenpflichtige Parkplätze umgesetzt werden können.

Darüber sind sich die Fraktionen bisher uneins. Daher werden die Parteien zunächst intern diskutieren. „Wir begrüßen ein Konzept, dass den Parkraum stadtumfassend bewirtschaftet“, sagt Grünen Fraktions-Chef Detlev Grube.
Fraktionen sind sich über ein Konzept uneins Jürgen Lange (SPD) sieht noch Diskussionsbedarf in seiner Fraktion. Besonders, da die Befürchtung nicht eingetroffen ist, dass Hamburger in den kostenfreien P+R-Anlagen in Norderstedt parken. Sollte die Politik sich für eine Bewirtschaftung entscheiden, kann laut Bosse innerhalb von einem Vierteljahr eine Lösung über Parkscheiben realisiert werden. Sollten bauliche Maßnahmen wie der Einbau von Schranken nötig sein, dauere eine Einführung entsprechend länger. Viel Geduld haben Norderstedter nicht mehr. „Die Suche wird immer schwieriger“, sagt Meike Dankewitz. Bis zu dreimal in der Woche kurvt sie von einem Parkhaus zum anderen, bis sie einen freien Platz findet. Daher sagt auch sie: „Für einen garantierten Platz würde ich zahlen.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige