Füreinander da sein

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Miteinander wohlfühlen: Ingrid Lantzsch, Ingrid von Husen, Angela Forray-Freudenberg (Hausleitung), Christine Schmid (Sozialpädagogin), Waltraud Gätgens (hi., v.li.) Hella Waldeck, Ursula Kronenberger, Ingeborg Nissen (vo., v. li.) Foto: Walitzek

Partizipationsprojekt in der Seniorenbetreuung

NORDERSTEDT. Die muntere Damenrunde im Betreuten Wohnen im AWO-Servicehaus beweist lebhaft, dass man so alt ist, wie man sich fühlt, und Engagement keine Altersgrenze kennt. Möglichkeiten, sich für die Hausgemeinschaft einzubringen, gibt es für die rüstigen Seniorinnen viele. Sie reichen von der Mitarbeit bei der Erstellung der Hausbroschüre über unentgeltliche Nachbarschaftshilfe beim Briefkastenleeren oder Blumengießen bis zur Mithilfe bei Bingo- oder Spielenachmittagen.
Warum sie sich gerne für andere einsetzt, bringt Ursula Kronenberger (86) auf den Punkt. „Wenn die Gemeinschaft hier gut ist, dann geht es auch mir gut.“ Die Damenrunde nickt zustimmend. Sie alle haben schon vor Jahren im Betreuten Wohnen im AWO-Servicehaus ein Zuhause gefunden. Hier fühlen sie sich wohl. Hier wollen sie bleiben. Bis zum Lebensende! „Wenn man vorhat, im Betreuten Wohnen zu leben, sollte man mit dem Einzug nicht zu lange warten“, erzählt Hella Waldeck (75), die vor sieben Jahren den Schritt wagte. „Das Eingewöhnen wird ja um so schwerer, je älter man wird“, ergänzt Ingrid Lantzsch (81).
Die 75 Bewohner, in der Überzahl Frauen, leben im AWO-Servicehaus In der großen Heide in eigener Wohnung zur Miete. Die AWO bietet ihnen neben dem mietgebundenen Grundservice einen auf ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Wahlservice an. Dadurch ist jedem Bewohner lebenslanges Wohnen garantiert - auch wenn Alter oder Krankheiten das Leben zunehmend beschwerlich machen.
Im Betreuten Wohnen werden Begegnung und Gemeinschaft groß geschrieben. Das umfangreiche Freizeitangebot umfasst Dia-Vorträgen, Klön- und Spielenachmittage, Tagesfahrten oder kleine Feste. Dass alle sich wohl fühlen und zu einer harmonischen Gemeinschaft zusammengewachsen sind, ist auch der Verdienst von engagierten Bewohnerinnen. So betreuen Ingrid von Husen (77) oder Ingrid Lantzsch die hauseigene Bücherei und vertreten die Bewohner als Mietersprecherinnen. Ursula Kronenberger hat einen Spielenachmittag auf den Weg gebracht. Bei Servicehaus-Leiterin Angela Forray-Freudenberg und Sozialpädagogin Christine Schmid sind Anregungen und neue Ideen der Mieter stets willkommen und werden nach Kräften unterstützt. So organisierte Ingeborg Nissen (89) im letzten Jahr einen Herbstbasar, der ein voller Erfolg wurde und auch in diesem Jahr wieder stattfinden wird.
Weil sie aus eigener Erfahrung wissen, wie schwer es im Alter fällt, noch einmal in neuer Umgebung Fuß zu fassen, möchten die engagierten Damen den neuen Bewohnern das Eingewöhnen noch leichter machen und ein Begrüßungskomitee oder ein Patensystem aufbauen. Schließlich sind sie eine besondere Gemeinschaft. In der Achtsamkeit und füreinander Dasein groß geschrieben werden. Bis ans Lebensende. (wal)
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