Gast aus Russland

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Gastmutter Stefanie Nowatzky mit dem 15-jährigen Shenja aus St. Petersburg vor dem Coppernicus-Gymnasium Foto: blu

Was Shenja mit nach Hause nimmt

Wenn Shenja nach Hause fährt, nimmt er viele Eindrücke und Erfahrungen mit – und eine große Menge Schokolade. Die ist für seine Familie in St. Petersburg, „denn wir sind alle Schoko-Fans und deutsche Schokolade ist einfach die beste.“
Drei Wochen war der 15-Jährige als privater Austauschschüler zu Gast bei Familie Nowatzky in Garstedt. „Der Kontakt kam im Frühjahr über einen Schüler-Vater am Coppernicus-Gymnasium zustande, der in einer Rund-Mail für den Sohn russischer Freunde einen Platz suchte“, erinnert sich Stefanie Nowatzky. Die Norderstedterin war gleich begeistert, schließlich sind sie, ihr Mann Arno und die drei Söhne Malte (16), Sven (13) und Piet (11) erfahren in Sachen Schüleraustausch. Bereits drei Mal hatte die Familie schon junge Gäste aus Polen jeweils für eine Woche bei sich. Allerdings wurden die jeweils über ein Programm der Schule betreut, während Shenja ohne „Rückendeckung“ kam - dafür aber mit einem entscheidenden Vorteil: Der Jugendliche spricht bereits bewundernswert gut Deutsch. Das liegt in der Familie. Mutter Natalja arbeitet als Projektmanagerin am Goethe-Institut in St. Petersburg und beherrscht die Sprache perfekt. „Jeden Tag sprechen wir miteinander eine Stunde Deutsch“, erzählt Shenja, der ansonsten pro Woche nur eine Schulstunde in der Fremdsprache hat. „Schon beim ersten Kennenlernen per Skype waren wir uns alle sympathisch“, sagt Stefanie Nowatzky. Nach der Ankunft gingen ihre Söhne mit Shenja zum Kennenlernen ins Arriba und hatten gleich riesigen Spaß. Zudem strickte die Gastfamilie ein buntes Programm mit vielen Ausflügen. Besonders gut gefiel dem Fußballfan der Blick hinter die Kulissen des HSV-Stadions. Shenja begleitete außerdem den 13-jährigen Sven zur Schule, denn beide besuchen die neunte Klasse. Zumal die Leitung des Coppernicus-Gymnasiums Internationalität und individuelles Engagement begrüßt und eine offizielle Einladung ausgesprochen hatte, die für ein Visum notwendig ist. Die gut ausgestatteten Fachräume und der große Sportplatz beeindruckten den Jugendlichen am meisten, „im Unterricht war es etwas schwierig, weil alle so schnell sprachen.“
Auch wenn er ungewöhnlich früh aufstehen musste – in St. Petersburg beginnt die Schule erst um neun Uhr – hat dem Russen die Zeit in Norderstedt sehr gefallen. „Wir haben alle profitiert“, resümiert die Gastmutter.
„Es ist die einfachste Möglichkeit Kindern andere Menschen und Kulturen, Offenheit und Toleranz nahezubringen. Es ist eine Herausforderung für alle, wirft aber auch einen Blick aufs eigene Familienleben, wie wir miteinander umgehen.“ Diese Erfahrung werden im Oktober die Petersburger machen, denn Sven reist für zwei Wochen an die Newa. (blu)
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