Gewalt in der Beziehung

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Katja Rathje-Hoffmann, Claudia Meyer und Kathrin Oehme (v.l.) bei der Ausstellungseröffnung in der Galerie des RathausesFoto: Fuchs

Ausstellung „Herzschlag“ klärt auf

Norderstedt. Es ist ein mit starken Emotionen belastetes Tabu-Thema. Das wurde auch bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Herzschlag“ des Norderstedter Frauenhauses über häusliche Gewalt betont. Die Schau wird noch bis Dienstag, 18. Februar, kann in der Galerie des Norderstedter Rathauses gezeigt.
„Halten Sie bitte immer Augen und Ohren offen. Schauen Sie nicht weg, wenn eine Frau oder ein Kind leidet und Hilfe braucht“, appellierte Agnes Chrabkowski an die etwa 50 Besucher im Raum. Es war mucksmäuschenstill, als sie erzählte. Vor neun Jahren ging sie selbst ins Frauenhaus und suchte Hilfe. „Ich habe es damals geschafft. Auch, wenn ich drei Jahre dafür gebraucht habe“, sagte die Mutter eines inzwischen zwölf Jahre alten Sohnes.
Ihr Ex-Partner habe sie immer wieder geschlagen, verprügelt, gedemütigt, so die gebürtige Polin. Der kleine Sohn musste das Martyrium der Mutter hilflos mit ansehen. Es war ein traumatisches Erlebnis für beide, von dem sie sich erst im Schutze des Frauenhauses erholen konnten.
Dieses und andere Schicksale von Frauen, die Gewalt erlebt haben, thematisiert die Wanderausstellung, die Renate Heim und Zehra Schüren vom Norderstedter Frauenhaus vor acht Jahren konzipiert haben.
Gezeigt wurde sie seit dem in 26 Städten in ganz Deutschland. „9000 Schüler haben die Ausstellung bisher gesehen. Wir sind bis nach Augsburg gefahren, um die Schau aufzubauen“, sagt Renate Heim stolz.
Gerade die jüngere Generation erfahre so auf eindrückliche Art und Weise, dass Konflikte in der Partnerschaft nicht mit Gewalt ausgetragen werden dürften. „50 Frauen und 50 Kinder nehme das Frauenhaus Norderstedt mit seinen 25 Plätzen jedes Jahr auf“, so die Leiterin Anita Brüning. Sieben Mitarbeiterinnen kümmern sich in Teilzeit um die Opfer.
„Allein in Norderstedt voriges Jahr 74 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt registriert worden“, sagt Oberkommissarin Merle Siebert, zuständige Sachbearbeiterin. Sie hat festgestellt: „Überwiegend sind Frauen die Opfer. Aber zunehmend gibt es den Trend, dass auch mehr Männer zu Opfern werden.“ (bf)
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2 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 15.02.2014 | 13:57  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 16.02.2014 | 15:44  
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