Hamburg: „Konfi“ zeitgemäß

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Norderstedter Konfirmanden realisieren in der Vicelinkirche ein Filmprojekt, bei dem es um Mobbing geht Foto: now

Norderstedter Konfirmanden realisierten Filmprojekt

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Für Timo ist der Konfirmandenunterricht eine Qual. Keiner mag ihn, ständig wird er geärgert und gemobbt. Erst als er verschwindet, reagieren die anderen erschrocken.
Für den fröhlichen 14-jährigen Enno Frese ist die Film-Rolle des ungeliebten Timo gar nicht so einfach. Gemeinsam mit 18 anderen hat sich Enno für einen besonderen Konfirmationsunterricht entschieden. Er dreht in der Vicelin-Schalom-Gemeinde einen Film. Dabei spielen die Konfirmanden eine Gruppe, die auch ihre eigene sein könnte. Begleitet von Pastor Christian Stehr arbeiten die Jugendbetreuer Jenny und Bernd Breuninger seit den vergangenen Sommerferien mindestens einmal im Monat mit den 12- bis 14-jährigen an ihrem Projekt.

Von der Schule abheben

„Jeder musste sich verpflichten, auch wirklich selbst aktiv zu werden“, erklärt Jenny Breuninger. Und so gab es 19 Themenvorschläge für den Film, jeder trägt Ideen für einzelne Szenen bei und spielt vor der Kamera seine Rolle. Seit 15 Jahren bietet Pastor Stehr den monatlichen Konfirmationsunterricht an, ein Filmprojekt wie dieses gab es vorher noch nicht. „Ich suche immer nach zeitgemäßer Form und Inhalt für die Konfirmation“, sagt er. „Das ist die einzige Möglichkeit, dass wir uns von dem normalen Unterricht in der Schule abheben.“ Das Projekt läuft so gut, dass Stehr schon über ein nächstes Projekt nachdenkt. „Vielleicht generationsübergreifend“, überlegt er. 245 junge Menschen lassen sich 2014 in Norderstedts Kirchen konfirmieren, in der Regel nach zweijährigem Unterricht. Die 19-köpfige Filmgruppe der Schalom-Kirche darf schon nach einem Jahr feiern. „Das ist ziemlich cool“, meint Enno. „Wir lernen nicht einmal in der Woche die Bibel auswendig sondern sind einmal im Monat gemeinsam kreativ.“ Ganz praktisch nimmt die Gruppe so den Konfirmations-Stoff durch. „Das Beste ist die Gemeinschaft. Wir kommen aus sechs unterschiedlichen Schulen und verstehen uns super“, sagt die 13-jährige Leonie. Am Freitag, 20. Juni, ist 19 Uhr Uraufführung, zwei Tage, bevor die Gruppe selbst konfirmiert wird.
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