Hasloh wird ins 21. Jahrhundert katapultiert

Anzeige
Setzten gemeinsam den ersten Spatenstich für das Breitbandkabel in Hasloh: Sönke Lunding mit Hündin Frida, Christian Krahnke, Peter Janssen, Bernhard Brummund und Uwe Glitza (von links). Foto: Fuchs

Norderstedts Nachbargemeinde wird komplett mit Glasfaser verkabelt

Hasloh. Volksfeststimmung mitten in Hasloh. Knapp zwei Dutzend Bürger haben sich am Garstedter Weg/Ecke Bahnhofstraße versammelt, um den Startschuss für ihr Lieblingsprojekt zu feiern. Einige haben gelbe T-Shirts angezogen, auf denen der Slogan steht: „Ich schließe mich an“. Sie gehören zu jenen 14 Multiplikatoren und einer sechsköpfigen Lenkungsgruppe, die seit eineinhalb Jahren alles dafür tut, dass die 3400 Einwohner zählende Nachbargemeinde Norderstedts endlich einen direkten Zugang an das schnelle Internet erhält. Gemeinsam haben sie monatelang Überzeugungsarbeit im Dorf geleistet und es geschafft, dass 800 Haushalte Vorverträge für das Glasfasernetz abgeschlossen haben. Das war die Voraussetzung dafür, dass es nun gebaut wird.
Einer von ihnen ist Wilhelm Brenzinger. „Ich will endlich eine vernünftige Internet-Geschwindigkeit, um Bilder hoch- und runterladen zu können, ohne dass der Rechner die ganze Nacht laufen muss.“
„Heute ist ein großer Tag für Hasloh“, freut sich Bürgermeister Bernhard Brummund, der zum symbolischen ersten Spatenstich geladen hat. Fast fünf Jahre habe seine Gemeinde dafür gekämpft, sagte Brummund. „Nun steht die Tür für Hasloh zum 21. Jahrhundert weit offen.“ Der erste Anlauf im Jahre 2007 scheiterte. Die Gemeinde fand keinen Investor, der die Glasfaserkabel im ganzen Ort unter die Erde verlegen und die Häuser mit dem Lichtwellenleiter verbinden wollte, der Datengeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich macht. Erst die Breitband GmbH des Abwasserzweckverbandes (azv) erklärte sich voriges Jahr bereit dazu, sofern Hasloh eine Anschlussquote von 60 Prozent zusammenbringt. Das gelang schließlich im August vorigen Jahres nach mühsamer Überzeugungsarbeit. „Wir haben jetzt 800 Vorverträge“, sagt azv-Breitband-Chef Peter Janssen.
Damit ist Hasloh nach Lentförden nun die zweite Gemeinde im Kreis Segeberg, die mit Hilfe des azv mit Glasfaser ausgerüstet wird.
Der azv investiert dafür rund drei Millionen Euro, sagt Janssen. Die ersten Kunden würden Ende des Jahres ans Netz gehen, verspricht er.
Für die Entwicklung des Dorfes seien diese Daten-Autobahnen enorm wichtig, betont Bürgermeister Brummund. „Und ich hätte nicht gedacht, dass sie immer wichtiger werden.“ Ohne schnelles Internet, das auch kostengünstiges Telefonieren und hochauflösendes Fernsehen möglich macht, ließen sich heute kaum noch moderne Betriebe und junge Familien im Ort halten, geschweige denn anlocken. „Jetzt scheint endlich die Sonne für Hasloh.“ (bf)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige