Haus für Wohnungslose

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In dem neuen zweistöckigen Gebäude werden ab Herbst 35 Obdachlose ein Heim finden – nach dem Richtfest erfolgt nun der Innenausbau der Ein-Zimmer-Apartments Foto: blu

Neue Notunterkunft: Stadt errichtet 35 Appartements mit Bad und Küche

Von Claudia Blume
Norderstedt
„Auch angesichts der Flüchtlingsproblematik dürfen wir andere Menschen nicht vergessen, die auch am Rande unserer Gesellschaft stehen und wohnungslos sind“, sagte Anette Reinders, Norderstedts Sozialdezernentin, anlässlich des Richtfestes für den Neubau einer städtischen Notunterkunft am Langenharmer Weg. Ab Herbst können in dem zweistöckigen Gebäude bis zu 35 Personen ohne festen Wohnsitz untergebracht werden. Dafür wurde einer der drei Blocks abgerissen, die Ende der 40er-Jahre als Provisorien gebaut und 1992 ergänzt wurden. Bisher lebten dort bis zu 54 Obdachlose in 14 Quadratmeter großen Doppelzimmern.

„Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist ein Grundbedürfnis.“Anette Reinders

Bad und Küche mussten sie mit anderen Bewohnern teilen – Privatsphäre Fehlanzeige. Der Neubau ist dagegen deutlich komfortabler. Jedes Ein-Zimmer-
Apartment verfügt über ein eigenes Duschbad und eine kleine Küchenzeile. Was in umliegenden Gemeinden längst zum Standard zählt, wird nach jahrelanger Diskussion endlich auch in Norderstedt umgesetzt. Auch die restlichen Klinkerbauten auf dem Gelände werden wohl in Zukunft abgerissen und neu gebaut. „Menschen, die aus Not, Krankheit oder durch Schicksalsschläge obdachlos geworden sind, brauchen Rückzugsmöglichkeiten, um wieder Fuß fassen zu können. Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist zudem ein elementares Grundbedürfnis“, betonte die Zweite Stadträtin, „mit diesem ersten Schritt können wir ihnen neue Perspektiven eröffnen.“ Derzeit leben rund 80 wohnungslose Menschen in der Stadt. „Die angespannte Wohnungsmarktlage stellt für diese Personen eine enorme Herausforderung dar. Durch die Verstärkung der sozialen Wohnraumförderung hoffen wir, dass sich auch ihre Situation verbessert“, so Anette
Reinders. Darüber hinaus startet Anfang Juni in Zusammenarbeit mit Jobcenter und Kreissozialamt ein Projekt, das zehn Obdachlose unterstützt, ein eigenständiges Leben mit festem Wohnraum und Arbeit zu führen – damit sie nicht länger in der Notunterkunft am Langenharmer Weg untergebracht werden müssen. Das neue Gebäude verfügt neben Sozialarbeiter- und Hausmeisterbüro auch über einen Waschraum mit Waschmaschinen und Trockner sowie ein kleines Blockheizkraftwerk. Die Stadt Norderstedt investiert rund eine Million Euro in den Neubau.
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