Hausgeburt adé?

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Familie Krimilowski freut sich mit Standesbeamtin Sabine Schröder (l.) und Bürgermeister Thomas Köppl (r.) Foto: Fuchs

Hebamme für Baby Janusz – eine Seltenheit

Von Burkhard Fuchs
Quickborn
Die Geburt von Janusz Krimilowski, der zu Hause zur Welt kam, dürfte wohl die letzte Hausgeburt in Quickborn gewesen sein. „Meine Beleghebamme, Denisè Voigt, vom Geburtszentrum in Norderstedt sagte mir, dass sie und ihre Kolleginnen es vom nächsten Jahr an nicht mehr machen würden“, sagt Mutter Birte Krimilowski. Zu hoch seien demnach für die freiberuflichen Geburtshelferinnen das Berufsrisiko und die Haftpflichtprämien geworden. Dabei lief die Hausgeburt bei der jungen Quickborner Familie völlig problemlos ab. Als die Wehen eintraten, habe sie die Hebamme informiert und schon wenige Stunden später war der kleine Janusz auf der Welt. „Das war völlig entspannt. Wir haben uns dann alle zusammen mit Janusz und seinem anderthalbjährigen Bruder Milan zum Ausruhen ins Bett gelegt“, erzählt Vater Malte Krimilowski. Milan sei allerdings in der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg geboren worden, erklärt die Mutter. Beim ersten Kind hätten sie sich auf die medizinische Rund-um-Versorgung eines Krankenhauses verlassen wollen. Beim zweiten hielten sie dies nicht mehr für nötig, erklärt die junge Mutter, weil bereits ihre Schwangerschaft so gut verlaufen sei. Die beiden Jungs sollen möglicherweise noch weitere Geschwisterchen bekommen, kündigt das junge Lehrer-Ehepaar an. Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl und Standesbeamtin Sabine Schröder schenkten den jungen Eltern einen Blumenstrauß und ein Spielzeug für das Neugeborene. „Wir haben jedes Jahr eine Hausgeburt in der Stadt“, sagt die Standesbeamtin Schröder. Dagegen stünden etwa 180 Babys von Quickborner Eltern, die in einer Geburtsklinik zur Welt kämen. Doch auch diese eine Hausgeburt werde wohl zukünftig ausbleiben.
Das sieht Margret Salzmann ebenso, die Vorsitzende des Hebammenverbandes Schleswig-Holstein, in dem 674 Hebammen organisiert sind. Salzmann: „Hausgeburten sind heute ganz selten, praktisch gleich null.“ Die hohen Versicherungsprämien, die freiberufliche Hebammen tragen müssten (6248 Euro im Jahr), und auch das Sicherheitsbedürfnis der meisten jungen Mütter sorgten dafür, dass immer weniger Kinder zu Hause entbunden würden. 2,1 Prozent seien es im Jahr 2009, 1,7 Prozent 2010 in Schleswig-Holstein gewesen – Tendenz weiter fallend – wobei da auch Geburten in Praxen und Geburtshäusern mitgezählt würden. „Die reine Hausgeburt kommt kaum noch vor“, sagt sie.
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