Hilfe für Jugendliche vor Ort

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Claudia Wientapper-Joost (v.l.) und Petra Müller-Schönemann zeigen die Einteilung der Stadt in Sozialräume auf einer Karte. Mit dem Projekt sollen Familien zu mehr Zusammenarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe animiert werden Foto: Nowatzky

Norderstedt will ab Januar in vier Quartieren tätig sein

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Zum Jahresbeginn 2014 startet das Jugendamt mit der Umsetzung des neuen Konzeptes zur Sozialraumorientierung der Jugendhilfe. Seit 2011 wird daran gearbeitet. Mit dem Beschluss des gleichnamigen Ausschusses vergangene Woche wird die Jugendhilfe ab Januar weg von der zentralen Bearbeitung im Rathaus hin zu vier Standorten in den Sozialräumen direkt vor Ort gehen.
Hilfe zur Selbsthilfe ist die klare Marschrichtung, die die Stadt mit diesem Konzept vorgeben will. „Wir wollen unterstützen, aber nicht alles abnehmen. Und das direkt in Wohnnähe“, erklärt Ausschussvorsitzende Petra Müller-Schönemann. Dazu sollen in den vier Quartieren möglichst viele Beteiligte zusammentragen, welche Möglichkeiten es im Wohnumfeld der Betroffenen gibt und wie und wo die Stärken der betreuten Menschen am besten genutzt werden können.
Vier Sozialräume
„In den vier Sozialräumen Friedrichsgabe, Mitte/Harksheide, Garstedt und Glashütte starten ab Januar die kollegialen Beratungen“, erklärt Claudia Wientapper-Joost vom Jugendamt, die das Konzept mit Stadträtin Annette Reinders und Jugendamtsleiter Wolfgang Struckmann vorangetrieben hat. In jedem Team vor Ort besprechen Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD), ein Mitarbeiter der Jugendarbeit und Mitarbeiter der dort agierenden freien Träger die Situation. Als freie Träger sind unter anderem die Beratungsstellen von Diakonie, Sozialwerk und Innerer Mission, die Frühförderung oder auch die KiTa-Beratung dabei. Weil nicht alle freien Träger dem Ausschuss bekannt waren, wäre die Entscheidung fast noch vertagt worden. Doch mit zugesagten zeitnahen Vorstellungsrunden glättete Struckmann die Wogen.
Dabei sind sich alle über das Ziel einig: Vor Ort sollen mehr Möglichkeiten zur Selbsthilfe gefunden werden, dabei vor allem die vorhandenen Ressourcen wie Sportverein oder Nachbarschaft genutzt werden. „Wir gehen dann anders an den Fall, bleiben nicht im Rathaus, sondern gehen heraus“, erklärt Wientapper-Joost. Das sei eine große Herausforderung auch für die Jugendamtsmitarbeiter. Und eine Chance für mehr Miteinander: „Wir brauchen die Menschen vor Ort, um zu erfahren, was es in jedem Sozialraum gibt“, erklärt sie. Für die betreuten Familien ist das die Chance, ihre eigenen Wege zu gehen, wieder aktiv zu werden und langfristig unabhängig vom Jugendamt zu sein. „Wir allein können nicht auf alle Kinder in Norderstedt aufpassen“, sagt Claudia Wientapper-Joost. „Dafür sind wir auf die Menschen vor Ort, angewiesen.“
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