Hühnerbaron mit Edelvieh

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Streicheleinheiten verteilt Boris Ksoll an seine Schmusehühner wie diesen imposanten Brahma-Hahn jederzeit Fotos: blu

Quickborner hält auf seinem Hof 40 Federtiere. Manche landen im Topf

Von Claudia Blume
Quickborn. Wenn Boris Ksoll Appetit auf ein Omelett hat, geht er in den Garten und holt sich die Zutaten. Dort tummeln sich bis zu 40 Hühner verschiedener Größen, Farben, Rassen und Kreuzungen. „Alles Schmusehühner“, sagt Ksoll und schnappt sich ein beeindruckend großes, buntes Exemplar. Brahma-Hahn Hägar genießt das Federkraulen am Bauch sichtlich und macht sich auf dem Arm seines Futterspenders ganz lang. Eigentlich sollte im vergangenen Jahr nur ein Sichtschutz für den Komposthaufen her. Dass daraus ein Swinger-Club fürs Federvieh wurde, war nicht geplant. „Unsere ersten sieben Hühner haben wir vom Hamburger Fischmarkt“, erinnert sich der ehemalige Hubschrauber-Pilot, „dann wollten wir unbedingt Eier ausbrüten.“

Alle Tiere sind handzahm

Übers Internet kamen Bruteier plus Brutautomat hinzu - und die Begeisterung für schalendurchdringende Kommunikation sowie die Freude, wenn wieder ein Küken schlüpfte. Nahezu alle Hühner sind handzahm, machen Erkundungsrundgänge durch Küche sowie Wohnzimmer und tragen Namen. Der puschelige weiße Seidenhahn heißt Alf, die federfüßige Zwerghenne hört auf Yvonne und Chuck Norris kam zu seinem Namen, weil er beim Schlüpfen kraftvoll die Eischale aufgetreten hat. Sandra, Georgina, Susi, Helga und die anderen „Mädels“ sind sehr produktiv. Im Winter gibt’s jeden zweiten Tag jeweils ein Ei, in den Sommermonaten sogar täglich. Davon profitieren auch die Nachbarn des Hobby-„Hühnerbarons“ – als Dank dafür, dass die Hühnerschar ihren Freigang in die umliegenden Gärten ausweiten darf. Die Kinder Jule (17) und Florian (12) haben sich nach anfänglichen Schwierigkeiten daran gewöhnt, dass ab und zu Brathähnchen aus eigener Zucht auf den Tisch kommt.

Überblick mit Stall-Cam

„Überzählige Hähne landen im Pott oder werden abgegeben“, erklärt Boris Ksoll. So wie Stefan, ein bildschöner Maran-Hahn, der derzeit in der Pubertät steckt und nicht nur Hennen, sondern auch rivalisierende Hähne verrückt macht. Schnabelgerechte Lieblingsspeisen des Federviehs sind Nudeln mit Gorgonzola-Sauce. Salami wird auch nicht verachtet und beim Mehlwurm-Rugby gibt das Geflügel alles. Ein Tag ohne „Hühnerkram“ kann sich der Quickborner nicht mehr vorstellen. Sogar im Urlaub kann er nicht ohne und hat seine Tiere stets im Blick – per Stall-Cam. Doch jetzt muss er raus in den Garten, Eier einsammeln – heute Abend gibt es Rührei aufs Brot.
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