„Ich bin auf alles vorbereitet“

Anzeige
Elisabeth von Bressensdorf (68) in ihrem Arbeitszimmer am Computer. Fotos: rj

Elisabeth von Bressensdorf über den Fall Thormählen und über Parteikollegen

Henstedt-Ulzburg. Elisabeth von Bressensdorf (CDU) ist bei der konstituierenden Sitzung der neuen Gemeindevertretung mit knapper Mehrheit von 21:18 Stimmen erneut zur 1. stellvertretenden Bürgermeisterin Henstedt-Ulzburgs gewählt worden. WochenBlatt-Autor Hans-Eckart Jaeger sprach mit der Juristin über ihre politische Zukunft.

WochenBlatt: Was ging in Ihnen vor, als der neue Bürgervorsteher Uwe Schmidt das Ergebnis der geheimen Wahl verlas? Die Entscheidung zu Ihren Gunsten war knapp genug.
Elisabeth von Bressensdorf: Erst einmal war ich sehr erleichtert, dass es nicht zu einem zweiten Wahldurchgang gekommen ist. Der wäre ja nötig geworden, wenn ich keine Mehrheit bekommen hätte. Aber dann war ich, was das Ergebnis betrifft, letztlich doch etwas enttäuscht. Ich hätte mir gewünscht, dass meine Arbeit, die ich als stellvertretende Bürgermeisterin in den vergangenen Monaten für die Gemeinde geleistet habe, entsprechend gewürdigt würde.

WB: Hatten Sie überhaupt mit einem klareren Votum gerechnet?
von Bressensdorf: Nein, denn gerade in den letzten Wochen hatte es Stimmen gegen mich gegeben, die teilweise unter die Gürtellinie gingen.
WB: Neuer Bürgervorsteher
istIhr Parteikollege Uwe Schmidt. Vorgänger Carsten Schäfer
von der Wählergemeinschaft
BfB erhielt nach seinen Abschiedsworten viel Beifall. Wie lautet
die Bilanz Ihrer Zusammenarbeit?
von Bressensdorf: Wir haben uns die ganze Zeit gut vertragen. Nur seit einer Auseinandersetzung über die Frage, wer bei der Abiturfeier einer Schule das Grußwort spricht, meidet er mich. Aber das wird sich wieder legen. Im Vordergrund steht für mich nicht die Politik, sondern ein reibungsloser Ablauf der Verwaltungs-arbeit.

WB: Sie führen seit fast 16 Monaten auf ehrenamtlicher Basis die Amtsgeschäfte im Rathaus. Wie lange wollen Sie das noch tun?
von Bressensdorf: Erstens mache ich diesen Job gerne, zweitens hängt das davon ab, wie das
Amtsgericht wegen der staats-
anwaltlichen Vorwürfe gegen Thorsten Thormählen entscheidet. Sollte es zu einem Haupt-verfahren kommen, könnte sich die Angelegenheit weiter in die Länge ziehen. Vielleicht sogar
bis Mai/Juni 2014. Ich bin auf
alles vorbereitet.

WB: Und wenn der Amtsrichter das Verfahren einstellen sollte, keine Klage gegen den suspendierten Bürgermeister erhebt? Kehrt Thorsten Thormählen dann ins Rathaus zurück?
von Bressensdorf: Ich schließe bei entsprechendem Ablauf des Verfahrens nichts aus. Meine persönliche Meinung lautet: Man müsste ihm eine Chance geben.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige