Ideen für „Costa Kiesa“

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Bürgermeister Holger Criwitz will die Planungen zügig vorantreiben Foto: blu
 
Winterbader im Baggersee (v.l.): Wolf Osterchrist, Uschi Braun, Hans Wächter und Karsten Werner Foto: blu

Eintritt für auswärtige Besucher in der Diskussion

Von Claudia Blume
Tangstedt. Im Moment ist das Publikum der „Costa Kiesa“ übersichtlich: Ein paar abgehärtete Winterbader, Angler und Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern bevölkern den See. Doch der nächste Sommer kommt, und mit ihm vermutlich wieder das Chaos. Kaum vorstellbar, was an heißen Tagen am beliebten Baggersee in der Harksheider Straße los ist. Bis zu 3.000 Besucher kommen pro Tag. Sie parken Straßen und Wege zu, so dass HVV-Busse nicht mehr durchkommen und Polizei sowie Abschleppdienste fast resignieren. Nachts geht`s rund: Es wird Feuer entfacht und gegrillt. Das Partyvolk randaliert, sogar Toilettenhäuschen schwammen am nächsten Tag im See.
Scherben und Kohlereste
Übrig bleiben gefährliche Scherben und Holzkohlereste, an denen sich bereits etliche Menschen, vor allem Kinder, verletzt haben. „Es herrscht Anarchie“, fasst Bürgermeister Holger Criwitz (SPD) zusammen. Die Kosten für Reparaturen, Wachdienst und DLRG-Aufsicht werden auf bis zu 50.000 Euro pro Jahr beziffert. Dass sich etwas ändern muss, ist der Politik schon seit Jahren klar. Doch erst mit der neu gewählten Gemeindevertretung und der Gründung des Vereins „Zukunft Tangstedt“ geht es voran. Die engagierte Bürgervereinigung sammelt derzeit Ideen für ein vielseitiges und ganzjähriges Nutzungskonzept des Areals. „Warum nicht die Badestelle einzäunen und Eintritt verlangen?“, fragt Vorstandsmitglied Oliver Blaha und schlägt vor, einen Campingplatz einzurichten. Dessen Betreiber könnte nicht nur kassieren, sondern auch für die Pflege des Badebereiches zuständig sein. Um „ihren“ See weiterhin kostenlos zu nutzen, könnten Tangstedter Bürger per Chipkarte oder Ausweis auf das Gelände gelangen.
Die Mitglieder des Vereins „Zukunft Tangstedt“ haben bereits Ideen für die Nutzung des Sees zusammengetragen. Gastronomie, Kleinkunstveranstaltungen, eine Tauchschule, ein Barfußpark und Bauspielplatz sowie Sportmöglichkeiten für Mountainbiker, Triathleten und Vielseitigkeitsreiter könnten realisiert werden. Im Februar formiert sich ein zwölfköpfiges Projektteam um Machbarkeiten zügig auszuloten. „Mehrere Gemeinderatsmitglieder haben großes Interesse bekundet“, verrät Blaha. „Davon versprechen wir uns eine schnelle Umsetzung.“ Auch Ralf Eggers ist mit von der Partie. „Es ist unbegreiflich, dass die Besucher das unentgeltliche Angebot nicht wertschätzen. Dass für ein Geschenk Kosten entstehen, darf nicht sein“, so der Geschäftsführer des Erd- und Tiefbauunternehmens, das, wie auch einige Landwirte und die Gemeinde, sowohl Pächter als auch Eigentümer einiger Flächen am Badesee ist. Die Gemeinde war sich auf der letzten Sitzung über die Eigentumsverhältnisse nicht sicher und prüft nun die Besitzverhältnisse. „Zügig“, wie Bürgermeister Criwitz betont, „damit im ersten Halbjahr etwas Vernünftiges auf den Tisch kommt.“ Dieser Sommer soll der letzte für kostenlosen Badespaß sein. Mit der Firma Eggers hat er vorsichtshalber die Bereitstellung weiterer Parkplatzflächen abgesprochen. Auch bei einem anderen Thema bahnt sich eine Lösung an: Das umstrittene Behelfshaus am Kringelweg wird nicht abgerissen. „Wir möchten es als Kulturstätte erhalten und in das Costa Kiesa-Projekt integrieren.“ (blu)
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