Ihr Rezept für 107 Jahre

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Grete Pierrets in ihrem Lieblingssessel im „Haus Lütjenmoor“ Foto: blu

Grete Pierrets ist die älteste Norderstedterin

Von Claudia Blume
Norderstedt
Auf dem Nachttisch liegt der Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Grete Pierrets muss lachen, ob der Idee dieses „Jungspundes“. Sie selber feierte im November bereits den 107. Geburtstag und ist damit Norderstedts älteste Bürgerin. Seit neun Jahren wohnt die betagte Dame im Alten- und Pflegeheim „Haus Lütjenmoor“ und verbringt die Tage mit Lesen und Puzzeln in ihrer gemütlichen Sofa-Ecke – am liebsten mit ihrer elfjährigen Urgroßnichte Johanna. Früher hat Grete Pierrets auch gerne Skat „gekloppt“, aber von ihrem Skatclub ist leider keiner mehr über.

Das Alter macht einsam


„Wenn man so alt wird wie ich, wird es einsam“, sagt sie bedauernd und ihr Blick schweift in die Ferne. Geboren und aufgewachsen ist die Hamburgerin in Rothenburgsort. Dort lernte sie schon als Kind beim Spielen auf der Straße ihren Mann Eduard kennen, den sie 1932 mit 25 Jahren heiratete. Ein Jahr später machte Sohn Günther aus dem jungen Paar eine Familie. Nicht nur zwei Weltkriege, auch zwei schwere Schicksalsschläge musste Grete Pierrets verkraften: Ihr Mann fiel und Günther starb mit nur 17 Jahren an Asthma. Geheiratet hat sie nie wieder. Bis ins 98. Lebensjahr lebte sie alleine in ihrem Reihenhaus in Fuhlsbüttel.

Lange Spaziergänge


„Ich habe alles ohne Hilfe bewältigt, vom Putzen übers Kochen.“ Stundenlang konnte sie am Alsterwanderweg entlang schlendern – hinterm Elbdeich aufgewachsen liebt sie bis heute das Wasser. Kein Wunder, dass jedes Jahr einige Wochen Wohnwagen-Urlaub in St. Peter Ording auf dem Programm standen, immer mit dabei ihre Schwägerin Käthe. Deren Tochter Edith (79) wohnt gegenüber des Heims und besucht ihre Tante mehrmals in der Woche. Und sorgt dafür, dass der Biervorrat nicht ausgeht, denn auf eines mag Grete Pierrets auf keinen Fall verzichten: „Bevor ich ins Bett gehe, gönne ich mir jeden Abend eine Flasche Bier, aber zimmerwarm muss sie sein – mein Altersgeheimnis“, sagt sie und lächelt schelmisch.
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