„Im musikalischen Cockpit der Orgel“

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Paul Fasang an der Kemper-Orgel. Der Liebblingsmusiker des 32-jährigen Kantors ist J. S. Bach Fotos: blu
 
Die Kemper-Orgel der Christuskirche bringt Fasang zum Klingen

Kantor Fasang spielt am 5. Mai in Christuskirche

Norderstedt. Die Christuskirche ist erfüllt von Tönen. Voll und satt klingen sie durchs schlicht gehaltene Kirchenschiff, an den sonnendurchschienenen Glasfenstern entlang, hin zum weiß getünchten Altarraum und zurück. Drei Meter höher auf der Empore sitzt Paul Fasang, zieht ein neues Dur-Register und ist in seine Musik und sein Instrument vertieft. Eine Kemper-Orgel von 1967.
„Kein historisches Stück wie die bekannten Arp-Schnitger-Orgeln, aber sie klingt sehr schön und ermöglicht mir ein großes Repertoire zu spielen“, sagt der 32-Jährige. Als jüngster Kantor Norderstedts kam er 2009 in die Emmaus-Gemeinde. Das Studium der Kirchenmusik hatte den Düsseldorfer zuvor nach Hamburg gelockt und nach seinem Abschluss auf die frei werdende Stelle des pensionierten Kantors Bernd Leste.

Neue Projekte entwickelt

Seit fast fünf Jahren kümmert sich der engagierte junge Mann nicht nur um die musikalische Begleitung der Gottesdienste und die Chorleitung. Er hat auch eine monatliche Konzertreihe eingeführt, die regelmäßig jeweils über 200 Besucher in die Paul-Gerhardt-Kirche sowie die Christuskirche zieht. „Ich freue mich sehr, dass es in Norderstedt ein so breites und interessiertes Publikum für Orgelmusik gibt. Die Hamburger Kantoren haben es viel schwerer“, sagt Paul Fasang und lächelt verschmitzt.
Am Montag, 5. Mai, wird das Gotteshaus in der Garstedter Kirchenstraße wieder gut gefüllt sein. Denn um 19 Uhr bestreitet Fasang den dritten und letzten Teil seines Konzertexamens vor den kritischen Augen und Ohren einer Prüfungskommission und Zuhörern. Zusammen mit einem Streichquartett, es spielen Irene Husmann und Saskia Rohde (Violine), Laura Traub (Viola) und Andranik Sargsyan (Violoncello), stehen eine Kirchensonate von W. A. Mozart und ein auf Orgel übertragenes Klavierkonzert von Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Apropos Bach. Das ist der Lieblingskomponist des jungen Kantors: „Die Symbiose struktureller und emotionaler Stärke ist extrem überzeugend.“ Für Laien: „Jedes Stück ist ein Meisterwerk.“ Musik ist eine Form von Reichtum. Dennoch sei er nervös vor Auftritten, „denn jeder Ton hat nur eine Chance.“
Paul Fasang braucht die künstlerische Herausforderung. Mit sechs Jahren beginnt er mit Klavierunterricht, mit zwölf kommt die Orgel hinzu. Talent hat er von den Eltern mitbekommen. Beide sind Profi-Musiker der Deutschen Oper am Rhein. „Als Kind haben mich die vielen Knöpfe des Orgelspieltisches fasziniert, es sah aus wie im Cockpit – und ich wollte der musikalische Pilot sein“, erinnert er sich. Seitdem hat er viele „Kommandostände“ auf der Welt kennengelernt.

Konzerte in Notre Dame

Der Kirchenmusiker gab Orgelkonzerte in Europa und den USA, spielte sogar in der Kathedrale Notre Dame von Paris. Und dann greift er in die Garstedter Tasten, die bei einer Orgel Manuale heißen, und intoniert mit vollem Sound und beeindruckender Akustik den Titelsong von „Pirates of the Caribbean“. Ab und zu lässt es der junge Herr Fasang auf der Orgel mal richtig rocken – da würde wohl selbst Bach blass werden. (blu)
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